Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Entwerfen, Anlage und Einrichtung der Gebäude: Kirchen, Denkmäler und Bestattungsanlagen: Bestattungsanlagen
Person:
Fayans, Stefan
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2868129
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2869245
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Zu den unterirdifchen Gräberarten können zuletzt auch die Maffengrüfte Q8. 
gerechnet werden, die eigentlich in ihrer Gefamtanlage mit den Arkadengrüften  
zufammenfallen, nur mit dem Unterfchiede, dafs {ie im Freien (aber nicht unter Maffßvgräber. 
den oberirdifchen Kolonnaden) errichtet werden. In Belgien werden diefe Maffen-' 
grüfte als Caveaux ßznärrlzäres bezeichnet und Pcellen {ich als eine Zufammenfaffung 
von einzelnen unterirdifchen ausgemauerten Grabkammern dar, wovon jede nach 
der Aufnahme des Leichnams hermetifch ver-fchloffen werden mufs. 
Am meiften kommen Maffengrüfte auf dem San Jlliniato-Friedhofe bei 
Florenz vor. 
In jeder Sektion der Maffengrüfte befinden fich auf freiem Totenfelde 7 bis 9 X 9 einzelne 
Gräber, deren Mafse 3.20 x 0,18 m betragen. Diefe Gräber lind nebeneinander und in zwei Reihen 
übereinander angeordnet. An der Erdoberfläche wird jeder Grabplatz, der zwei übereinander 
liegenden Zellen entfpricht, mit zwei Marmortafeln verfehen. 
Auch in Mailand fmd hie und da derartige Maffengrüfte zu finden. 
Die neuzeitlichen Kolumbarienarkaden ftellen {ich als oberirdifch er- 69-_ 
richtete, überdeckte Gange dar, deren Mauern mit neben- und übereinander an- Kolfßßljlem 
geordneten Oeffnungen, Kolumbarienzellen genannt, verfehen find. Die Gröfse und 
der letzteren entfpricht den gröfsten Abmeffungen der Särge. ihlauem" 
Diefe Art der Beifetzung ift, wenn man vom gefundheitlichen Standpunkt 
abfieht, die wirtfchaftlichfte von allen, weil hierbei der oberirdifche Raum auch in 
lotrechter Richtung ausgenutzt wird. 
In Brescia wird die der Strafse zugewendete freie Rückwand der Arkaden gleichfalls zu 
KOlumbarien verwendet, fo dal's diefe Arkadenwände an beiden Seiten, alfo mit doppelten 
Kolumbarien, verfehen werden. Hierbei ilt demnach die Arkadenmauer am meifien ausgenutzt. 
 In Verona beträgt die Höhe der einzelnen Kolumbarienzellen 76 Cm; die wagrechten Kappen 
find 14 Cm ftark.  In New Orleans foll die Beifetzung der Leichen in den oberirdifchen Kolum- 
barienarkaden wegen des dortigen hohen Grundwafferfiandes (0,50 m) als Notfyftem allgemein in 
Anwendung fein. Die Zellen find überwölbt oder durch Steinplatten voneinander getrennt; ihre 
Abmeffungen fmd nicht gröfser als diejenigen des Sarges. Die Zellen find nebeneinander an- 
geordnet und werden nach der Beifetzung des Leichnams zugemauert. 
Eine Umgeflaltung der Kolumbarienarkaden bilden die Kolumbarien- 
mauern. Für die Beifetzung werden hierbei nur einzelne oberirdifch errichtete 
Mauern benutzt. Zu diefem Zwecke wird oft die Umfriedigungsmauer des Fried- 
hofes verwendet, die fomit auch praktifch verwertet wird, 
Ein Beifpiel hierfür bietet die Grenzmauer des San [Winialo-Friedhofes bei 
Florenz, welche 4 übereinander angeordnete Kolumbarienreihen enthält, die in 
Abitänden von je 10m durch kapellenartige, mit Altar verfehene Nifchen unter- 
brochen Iind. Auf dem Campo Santa San Lormso zu Rom wird die Einfriedigungs- 
mauer auch zu Kolumbarienzwecken verwendet und mit Nifchen als Grabkammern  
gefchmückt.  Eine intereffante Löfung in Bezug auf diefe Gräberart bietet auch der 
Friedhof zu Karlsruhe. (Näheres flehe Kap. 4, unter b, I, 7.) 
3) Verteilung der verfchiedenen Gräberarten. 
Die Zahl, in der die einzelnen Gräberarten vorzufehen find, bePcimmt {ich 70- 
durCh die örtlichen Verhältniffe der-Städte. Die erforderliche Anzahl von Reihen- Vefyjfjiejjxjen 
gräbern für Unbemittelte ift in faPc allen Städten mit Zentralfriedhofanlagen die Gräberarien. 
gleiche und beträgt ungefähr 80 Vomhundert aller Gräber.
        

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