Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Entwerfen, Anlage und Einrichtung der Gebäude: Kirchen, Denkmäler und Bestattungsanlagen: Kirchen
Person:
Gurlitt, Cornelius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2855104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2857267
dais es die Kirchen und fonitigen Kunflbauten gewiffermafsen als Wohnfiätten benutzt, dafs fid1 das 
Markttreiben um die Denkmäler und Brunnenwerke drängt, machen wir ein Eifengitter um diefe 
und emphnden es als nProfanatiom, wenn die Marktweiber um die Statue der Germania oder 
des Landesfürften herumfitzen, Wir bauen Schmuckbrunnen, feit wir die Wafferleitungen haben, 
weil man jetzt den Dienftmädchen verbieten kann, dort Waffer zu holen; alfo weil die Brunnen 
keinen Zweck mehr haben! 
Die chriftliche Tradition fpricht gegen die Annahme, eine Kirche müffe frei 
liegen. Es ift alfo Sache des Architekten, zu unterfuchen, ob nicht durch An- 
bauten das künflzlerifche Bild der Kirche gehoben werden könne. 
Die Aengfilichkeit, die ein Grundzug im kirchlichen Bauwefen unferer Zeit ifl, wird dahin 
drängen, nur kirchlichen Zwecken dienende Bauten mit der Kirche zu gruppieren. Die katholifche 
Kirche hat ihre Vorbilder in den Klöftern und Stiftern. Das {und gefchloffene Gemeinfchaften, 
die in erfter Linie dem Gottesdienile fich weihen. Aehnlich die alten Spitäler und Hofpitze, bei 
denen der Gottesdienii nicht in gleicher Weife die Hauptfache ift, der Kirchenbau aber doch 
oft über das Wefen einer Kapelle, alfo eines Teiles des Haufes, felbft hinauswächü.
        

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