Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gesundheitstechnik im Hausbau
Person:
Schachner, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2832764
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2834531
Schon bei der Grundrißanlage ist dafür Sorge zu tragen, daß die 
Schornsteine möglichst lange innerhalb des Dachraumes hochgeführt 
werden können und über die Dachhaut in Firsthöhe oder doch in der Nähe 
des Firstes heraustreten. Die Schornsteinausmündungen sollen minde- 
stens 50 cm über dem Dachfirst gelegen sein. Auch alle seitwärts des 
Firstes aufsteigenden Schornsteine sollen in der Regel so hoch geführt 
werden, daß die Ausmündungen den First überragen und die Mündung 
allseitig frei den Luftströmungen ausgesetzt ist. Tiefer gelegene Aus- 
mündungen leiden meist unter den Einwirkungen von Oberwind und 
Rückstauungen des Windes an höher gelegenen Gebäudeteilen, die die 
Heizgase an dem Austreten verhindern und häufig auch zurückstoßen. 
Weit abseits vom Firste hochgeführte Schornsteine sehen unschön aus 
und leiden wegen ihrer Freilage auch unter den Witterungseinflüssen 
(starke Abkühlung und Durchnässung, Schwanken bei Sturm). Aus den 
Schornsteinköpfen sollen die Rauchgase ungehemmt austreten können. 
Die Abdeckungen sind um so vorteilhafter, je mehr sie durch ihre Ge- 
staltung bewegter Luft die Möglichkeit geben, eine Saugwirkung auf die 
Rauchzüge auszuüben und je gleichmäßiger eine solche bei verschiedenem 
Windanfall ist. Auf keinen Fall dürfen durch Windanfall Störungen 
im Austreten der Rauchgase verursacht werden. Am günstigsten sind 
oben offene Abdeckungen mit allseitig wenig geneigten Abdeckungs- 
flachen. Sie werden zweckmäßig aus Beton, Granit und dgl. hergestellt 
und mit Tropfnasen versehen, damit Niederschlagswasser nicht am 
Schornsteine herabläuft (Abb. 29 oben). Blechabdeckungen werden durch 
die Rauchgase und Witterungseinflüsse im Laufe der Zeit zerstört, Dach- 
plattenabdeckungen und allseitige Putzumkleidungen leiden gleichfalls 
meist bald unter den Witterungseinflüssen. Dachartige Abdeckungen 
wirken je nach ihrer Gestaltung und den Windrichtungen verschieden 
auf den Schornsteinzug, besser als offene Abdeckungen nur in seltenen 
Sonderfällen (so nur dann, wenn sie Oberwind abzuhalten vermögen); 
in überwiegendem Maße sind sie dem freien Austreten der Rauchgase ein 
mehr oder minder großes Hemmnis. Werden Überdeckungen angeord- 
net, so müssen die seitlichen Öffnungen mindestens so breit wie die Rauch- 
gaszüge und 4 Backsteinschichten hoch sein. Über Schornsteinaufsätze 
gilt das bereits (S. 28) Gesagte. Zur Erhöhung der Schornsteine aufge- 
setzte Zement-, Ton- oder Blechrohre dürfen den Rauchzugquerschnitt 
nicht verengern. Für das zwischen Dachhaut und Abdeckung hoch- 
geführte Schornsteinmauerwerk ist bestes Backsteinmaterial (Hart- 
brandsteine) zu verwenden. Gute Verfügung hält Witterungseinflüssen 
besser stand als Verputz. Trotzdem wird Verputz des besseren Über- 
einstimmens mit den übrigen Gebäudeflächen meist bevorzugt. Minder 
gutes Backsteinmaterial wird durch ihn allerdings auch eine Zeitlang bes- 
ser gegen Verwitterung geschützt. Mehrfach werden die Umwandungen 
der Schornsteine über Dach zum Schutze gegen Abkühlung und zur Er-
        

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