Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bromöldruck und -Umdruck
Person:
Mayer, Emil
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2823346
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2824501
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zartes Tupfen aus den Schattenpartien gleich 
beim ersten Farbauftragen alle gewünschten 
Details hervorzuholen. Haben die Schatten einmal 
zuviel Farbe bekommen, so ist es nicht leicht, sie durch Pinsel- 
arbeit allein klarzustellen. Die Einfärbung größerer tiefer 
Schattenpartien muß demnach stets sehr vorsichtig vor- 
genommen werden. Solche Bildteile besitzen bekanntlich die 
stärkste Gerbung, nehmen daher jede Farbe begierig an und 
halten sie kräftig fest. Sie dürfen somit nie mit einem frisch 
mit Farbe beschickten Pinsel berührt werden, vielmehr wende 
man sich heikeln Schattenpartien erst dann zu, wenn der Pinsel 
den größten Teil der Farbe an andere, minder empfindliche 
Bildteile bereits abgegeben hat. Selbst dann enthält er immer 
noch genug Farbe für die dunkeln Bildstellen. Besonders der 
erste Farbauftrag in die Schatten darf nie schwer ausfallen und 
kann nicht zart genug gehalten werden. Sind aber einmal die 
gewünschten Einzelheiten in den Schatten gut moduliert vor- 
handen, dann müssen sie gekräftigt werden. Aber auch dies 
soll nicht durch einen einmaligen dicken Farbauftrag. sondern 
durch sukzessives Ueberlegen mit zarten Farbschichten und 
jeweiliges Austupfen bewerkstelligt werden. 
Ueberhaupt muß als Grundsatz festgehalten werden, da ß 
a l l e D e t a i l s , welche man auf dem Bilde vorhanden haben 
will, schon beim ersten Farbauftrage heraus- 
g e h o l t w e r d e n m ü s s e n. XVenn inan Bildteile stark 
einfärbt, bevor die erwünschten Details erschienen sind, so 
wird es schwer halten, deren Einzelheiten später hervorzurufen. 
Dagegen werden Details, die man beini ersten Farbauftrage 
herausgeholt hat, beim weiteren sachgemäßen Aufbringen von 
Farbe nicht unterdrückt, sondern gekräftigt. 
Diese Erscheinungen können aber andererseits mit Erfolg 
dazu benutzt werden, um das H e r v o r k o m m e n u n  
erwünscliter Einzelheiten im Bilde Azu ver- 
hin d e r n. Beabsichtigt man aus künstlerischen Gründen. 
Details zu Llnterdrückgn und Hächig zu arbeiten, so färbt man 
die in Betracht kommende Stelle von Haus aus kräftiger und 
gleichmäßig ein und unterläßt das Austupfen entweder ganz 
oder unterbricht es, bevor die wegzulassenden Einzelheiten 
hervorgekommen sind. 
Es ist, besonders für Anfänger, von Vorteil, sowohl beim 
Auftragen der Farbe als auch beim Vertupfen derselben den 
Pinsel nach einigen Stößen immer wegzuheben und das jeweils
        

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