Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bau und Leben unserer Waldbäume
Person:
Büsgen, Moritz Münch, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2810094
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2813060
Der 
J ahresring. 
169 
wird die Festigkeit bestimmt durch die eingewachsenen Äste, die das Holz 
erheblich schwächen. Die an astfreien Holzstücken gefundenen Werte der 
Festigkeit können deshalb zu statischen Berechnungen nicht verwendet werden, 
und da Festigkeitsbestimmungen an ästigem Holz noch nicht in genügen- 
dem Maße vorliegen, so ist die Frage. ob der Stamm nicht nur in der 
Form, sondern auch in der Festigkeit ein Träger gleichen Widerstandes 
ist, noch nicht zweifelsfrei beantwortet. In der Form ist der Stamm unten, im 
Bereich des Wurzelanlaufes, überverstärkt, und zwar aus statischen, mathe- 
matisch aber nicht faßbaren Gründen der Übertragung der Spannungen 
im Stamm auf die horizontalen Seitenwurzelnl). Diese Abweichung des 
Wurzelanlaufes von der  
Form des kubischen Pa-      _ 
raboloids kann sich be-   5,2.  r  
sonders bei abholzigen, 1    
freistehenden Stämmen     
auf mehrere Meter nach    
oben fortpflanzen. Bei   
hoch hinaufreichendem     
Wurzelanlauf bildet das       
N eiloid die äußerste   i-   
Form der Abholzigkeit. V    
Das Maß der Abholzig-      .f 
keit wechselt auch nach     
Baumarten. schon wegen   jfl5l"ii   
der verschiedenen Form   
und Größe der Krone,  Q   
die ungleichen Winddruck      
zur Folge hat. Kiefern.       
besonders Tieflandskie- ,     3   
fern, sind in der Regel  i"    r  
weniger schlank und voll- j      
holzig als die Höhenkie-       "Ü. F 
fern und die Fichten und   A,  Ä.   
Tannen 2) (Fig. 8). Die    
größten Unregelmäßig- 
keiten in der Stammform,  v, 
die sich teils__ aus ein- i  f    
gewachsenen Asten er-      
geben, teils nach keiner   
Theorie erklären lassenv Fig.8T. Exzentrisches Dickenwachstum der Fichtenwurzel. 
finden SiCh Oft bei Lallb- Links Ansatz zur T-Trägerform (M011). 
holzstämmen. 
Die Ei- und Brettform der Seitenwurzeln (Fig. 87) ist am stärksten aus- 
gebildet in dem Winkel, wo oberflächlich laufende starke Seitenwurzeln wagrecht 
vom Stamm abzweigen und wo infolge flachgründigen Bodens die Pfahlwurzeln 
fehlen, am schönsten in Fichtenbeständen auf Moorboden. Oft haben die 
oberen Seitenwurzeln auch die Form von Eisenbahnschienen. Die Verstärkung 
erinnert an die Streben, mit denen der Zimmermann aufrechte Säulen stützt. 
und ihr Nutzen für die Festigkeit des Stammes gegen Windwurf liegt auf 
der Hand. Ursächlich liegt zweifellos der gleiche Druckreiz vor wie bei 
l) LEON, Technik und Naturwissenschaft. Zentralbl. f. d. ges. Forstwesen 1915, p. 
2) MÜNCH, E., Beitr. z. Kenntn. d. Kiefernrassen Deutschlands. Allgem. Forst- 
Jagdzeitung 1925, p. 99 ff. 
254. 
und
        

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