Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Proportion in Antike und Mittelalter
Person:
Mössel, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2805436
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2806296
Figuren, die Draperie der stehenden weiblichen und die Schulterhöhe 
der sitzenden weiblichen Figur gebildet. Die Senkrechte; welche die 
stehende weibliche Figur und den Mann nach rechts abgrenzt, also 
durch das ganze Bildwerk aufsteigt, bewirkt Proportionalteilung auch 
für die Breite des Bildwerkes. 
Geradeso wie bei architektonischen Gestaltungen ist geometrische 
Ähnlichkeit der Teile des Bildwerkes untereinander und mit dem 
Ganzen vorhanden. Eine proportional abgestufte Reihe von Quadraten 
läßt sich in dem Bildwerk wahrnehmen und ebenso eine Reihe von 
großen und kleinen Rechtecken, welche das kennzeichnende Maß- 
verhältnis des ganzen Bildwerkes wiederholen. Der obere Teil des 
Bildwerkes bis zum Arm der sitzenden Frau und dem hängenden 
Überschlag des Mantels rechts bildet ein großes Quadrat. Ein gleiches 
Quadrat entsteht aber auch unten; es reicht bis zur Armlinie des 
Mannes und der Schulterhöhe der sitzenden Frau. Ein kleineres Qua- 
drat, dessen Seite der proportionalen Minderung der Seite des großen 
Quadrates entspricht, schließt den Oberkörper des Mannes und den 
Kopf der sitzenden Frau ein. Ein gleiches Quadrat umschließt den 
Unterkörper der sitzenden Frau, aber auch den Oberkörper der gleichen 
Figur. Der ganze Körper dieser Figur bis zu ihrer Schulterhöhe und 
zur Armlinie des Mannes ist in einem stehenden Rechteck ein- 
geschlossen, das dem Rechteck der ganzen Reliefplatte ähnlich ist 
und eine Stufe der proportionalen Minderung darstellt; die Diagonalen 
dieser beiden Rechtecke decken sich, usw. 
Auf dieser geometrischen Grundlage ruht die Gruppierung des Bild- 
werkes. Die Körper als Ganzes, ihre Teile und ihre Vereinigung zur 
Figurengruppe sind in eine überzeugende Ordnung gebracht. Körper 
und Gliedmaßen scheinen fast nur ein Vorwand zu sein, dazu bestimmt, 
das ausgeglichene Kräftespiel eines Ornamentes darzustellen. Ein ruhe- 
voller Wohllaut des Formgefüges ist dem Bildwerk eigen. 
Die Maße sind an einem Originalabguß gemessen, der sich im Mu- 
seum für Abgüsse klassischer Bildwerke zu München befindet: 
A. m. R. 
Höhe ohne den Sockelbossen: H s: 1,3l  
Größte Breite  s 0,85 0,85 
Teilmaße der Höhe I: 0,8l 0,81 
   
  n 21 n Q1
        

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