Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Proportion in Antike und Mittelalter
Person:
Mössel, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2805436
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2805702
_i_st_yeine allgemeine umfassende geometrische Systematik. Die Kreis- 
vteilung und, aus ihr hervorgehend, die Geometrie der Vielecke bilden 
__die formale Grundlage dieses Systems. Geometrische Figurationen vieler- 
lei Art und unter ihnen auch gewisse Dreiecke (Viollet-le-Duc, Dehio, 
v. Drach, Witzel usw.) sind Ausfluß und Bestandteil, die zweidimen- 
sionale geometrische Ähnlichkeit (Thiersch) ist einewnatürliche Wirkung 
_die_s_es Systems, der "Kreisgeometrie". Ein System bildet diese insoferne, 
als sie eine Summe von technischen Mitteln darstellt, die untereinander 
in klarem und unlöslichem Zusammenhang stehen. Ich muß Wert 
darauf legen, den Weg zu kennzeichnen, der meine Untersuchungen 
zu ihrem Ergebnis führte. Es war der__planmäßig angestellte Vergleich 
gier Bauwerke und Bildwerke untereinander. Ohne irgendwelche Voraus- 
setzungen von Maßbegrißen gelten zu lassen, wurden die Maßverhält- 
nisse aus den Bauwerken und Bildwerken herausgelöst, indem sie unter- 
einander verglichen wurden. Aus dem fortgesetzten planmäßigen Ver- 
gleich entstand erst der Begriif  ein impirisehes Verfahren. Es 
ergaben sich bald typische Wiederholungen von Maßverhältnissen; 
damit war eine wesentliche Erleichterung gewonnen. Die einzelnen 
Gebilde muläten nun nicht mehr in unübersichtlicher Menge unter- 
einander, sondern konnten mehr und mehr mit dem in Erscheinung 
tretenden Proportionstypus oder mit den wenigen Typen, die in Frage 
kamen, zusammengehalten werden. Der Begriff der typischen Pro- 
portion trat als eine vereinigende Idee aus der Vielheit der architek- 
tonischen Einzelerscheinungen heraus. Aber diese Idee ist nicht voraus- 
gegangen, sondern ist entstanden und hat sich entwickelt. Mit dem 
Vergleich und der typenweisen Betrachtung geschieht übrigens nichts 
anderes, als was andere Wissenschaften, welche die Erforschung der 
Gestalt zum Zwecke haben  vergleichende Anatomie, Pflanzenkunde, 
Sprachwissenschaft  auch und zwar schon lange getan haben. Ich 
muß Wert darauf legen, den beschrittenen Weg zu kennzeichnen; denn 
hier kann nur das Ergebnis mitgeteilt, nicht aber der vielfältige und 
sorgfältigeVei-gleich, der vorausging und zu diesem Ziel führte, wiederholt 
werden. Das Ergebnis würde aber um so mehr dem Zweifel ausgesetzt 
sein, wenn der empirische Weg, auf dem es gewonnen ist, nicht klar 
eigeheint. Ich habe das Ergebnis in folgende Sätze zusammengefafät: 
lDic Maßverhältnisse und Maläbeziehungen der Bauwerke und Bild- 
werke von der ägyptischen Frühzeit bis zum Ausgang des Mittelalters 
lassen eine planmäßige Regelung erkennen. Das System dieser Regelung 
4
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.