Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kultus- und Gemeinde-Bauten
Person:
Kühn, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2753676
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2754020
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I. Die ländliche Piarrkirche. 
Gegend ungerecht, indem die von ihr gebotenen 
Billigen Baustoffe verschmäht werden und dafür 
solche aus anderen Gegenden, die noch nicht einmal 
haltbarer, wohl aber infolge größeren Transportes 
teurer sind, entnimmt. Laune der jeweiligen Auf- 
traggeber und Äußerlichkeiten des Zeitgeschmackes 
spielen leider hierbei nur zu oft eine beklagenswerte 
Rolle. Dauernde Anerkennung verdient und-erhält 
nur das, was in Harmonie mit der Scholle und ihrer 
Umgebung und ihren klimatischen Eigentümlich- 
keiten im Rahmen einer zeitlichen Anschauung 
ursprünglich und nicht verkünstelt entstanden ist. 
Wie alt sind jene Bauwerke, die uns so sehr 
gefallen und zum Studium anregen? Hundert, 
zweihundert und mehr Jahre sind sie alt und sie 
werden noch lange den Anforderungen standhalten. 
Welche Baustoffe verwandte man dazu P Die orts- 
anliegenden, und zwar diejenigen, die die Erfahrung 
als die bewährtesten ausfindig gemacht hat: Lehm, 
Stein, Holz, Stroh und Schilf. Je nachdem, was 
die Scholle bot, diente dem Bauwerk zu seiner 
Erstellung unter den Jahrhunderte alten hand- 
werklich und klimatisch erprobten Grundsätzen. 
Unsere Zeit, die so sehr nach Billigkeit schreit, sollte 
sich in erster Linie dieser Einfachheit und Selbst- 
verständlichkeit erinnern, und wenn nötig, auf sie 
zurückgreifen, um mit einfachen Mitteln auf billige 
Weise den Bedarf zu decken, und zwar um so mehr, 
als die Baubedürfnisse der Gemeinden, wie sich das 
vor dem Krieg schon zeigte, von Jahr zu Jahr 
größer und dringender werden. Manche Idee 
scheitert an der Kostenfrage oder wird dadurch zum 
Nachteil der kulturellen Entwicklung verzögert.
        

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