Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Tempel in seiner räumlichen Anordnung und Ausstattung
Person:
Bötticher, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2719654
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2720837
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Cultusbilder 
Holz. 
3,118 
Bekleidung. 
denn den ältesten Dionysos in Theben, den Kadmeischen, nennt die Legende 
ein bei dessen Geburt vom Himmel gefallenes, später mit Erz bekleidetes 
Holz: derselbe Gott hiess auch Perikionios  jedoch nur weil sich bei seiner 
Geburt die Säulen des Kadmospalastes mit Weinranken oder Epheu umwan- 
den um sie vor dem himmlischen Feuer zu schützen. Am wenigsten durfte 
Clemens das alte Bild der Argolischen Hera als „hohe Säule" zum Belege 
anführen: gerade dieses war ein sitzendes Bild, das sich ursprünglich in 
seinem Tempel zu Tiryns auf einer hohen Säule befand, wie andere Quellen 
erkennen lassen. Pausanias fand im Heraion zu Argos neben dem Gold- 
elfenbeinkolosse des Polykleitos  ein altes Bild der Hera auf einer Säule, 
ohne das Material desselben anzugeben; ausser diesem zeigte man ihm 
jenes kleine aber älteste Sitzbild derselben Göttin aus Tiryns  dieses 
war vom Peiras, dem Sohne des Argos, aus wildem Birnbaumholze gear- 
beitet und zum Cultus im Tempel dort gestiftet, aber von den Argeiern bei 
Zerstörung jener Stadt als heiliges Beutestükk in das Heraion nach Argos 
gebracht. Es ist dasselbe Bild welches die Töchter des Proitos einst ver- 
spotteten  von dessen Kleidung sie das Gold entwendet haben sollten  
über dessen Tempel (vedac) sie wegen der Dürftigkeit seines Inneren im 
Vergleich zu ihres Vaters Hause, sich geringschätzig äusserten  Gle- 
mens [7] führt zwar aus den Argolika des Demetrios auch dieses Tirynthische 
Bild an, beachtet aber nicht dass es ganz dasselbe ist welches ihm [8] zu 
einem Beweise für die Säulenform der ältesten Agalmata dienen soll: denn 
jene Verse der Phoronis des Hellanikos [9] die er wiedergiebt, sagen wol 
dass Kallithoe [10] die erste Kleiduchos der Hera gewesen sei, nicht aber 
dass sie deren Bild selbst, vielmehr blos „die hohe Säule" derselben mit 
Stemmata und Thysanoi schmükkte. Erkennt man nun in dem Peirasos 
bei Plutarch, den Peiras bei Pausanias als einen und denselben Mann, in der 
Kallithoe der Phoronis und der Tochter des Peiras Kallithyia bei Plutarch, 
ganz dieselbe priesterliche Person welche auch Theon [11] Kallithea und 
crste Priesterin in Argos überhaupt nennt, so war in jenen Versen des Hella- 
nikos nur das Tiryntische Agalma gemeint, welches mithin ehemals in sei- 
nem Tempel zu Tirynth auf einer "hohen Säule" stand, die eben Kallithoe 
zuerst schmükken konnte weil sie die erste Priesterin dieser Hera gewe- 
sen ist. Machen dagegen andere Sagen [12] des Inachos Tocher Jo zur 
ersten Priesterin der Göttin im Heraion zu Argos, so würde das Bild 
dieser Göttin hier älter sein als das Tiryntliische. 
 Strom. p. 151. Protrept. p. 13. Sylb. Das jetzt hier Gegebene berichtigt die Annahme von 
O. Müller, Handb. d. Arch ä. 66 die auch im Baumcnltus S. 226 flg. irrthümlich befolgt ist.  
 Pans. 9, 12, 4. Orph. Hymn. 47, Boixxo; Kßplxldwgg, Vgl. Baumcultus S. 238. Bei Euripd. 
Bacch. ll umgiebt Dionysos seine Geburtsstätte mit Reben.   Pans. 2, 17, 5 ä1rl xiovo; äyaÄna 
"Hpa; äpxaiov und ohne Angabe seines Materielles. Oh dies vielleicht das ursprüngliche Cultugbild 
war, das man sammt den alten Chariten im Pronaos aus dem Brande des alten Tempels gerettet 
hatte?  [321] Was Pans. S, 46, 2 noch einmal erwähnt.   Akusilaos bei Apollod. 2, 2, 2.  
 Scrv. Verg. Ecl. 6, 48.   Pherekydes im Schol. Horn. Odyss. 15, 225.   Protrept. p. 14
        

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