Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Lehre der tektonischen Kunstformen
Person:
Bötticher, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2715323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2717736
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Dorisches 
Glieder-System. 
nach ihrem Auflager verletzten Plinthen, finden sich daher 
digten Stellen durch sorgfältig eingesetzte Stükke ergänzt. 
an 
den 
beschä- 
Die Tafelplinthen aus welchen der ganze Stylobat oder Fussboden des 
Tempels gebildet ist, werden stets noch mit der Werkschicht oder dem 
Werkzolle auf ihrer waagerechten Oberfläche versetzt: dann erst senkt man die 
Grundfläche der Bettung jedes aufzugründenden Theiles, bis auf die Libelle 
ein welche der ganze Fussboden empfangen soll, und verzeichnet in dieser 
Bettung die Lehre jedes Theiles. In allen Fallen wo die Oberfläche des 
Fixssbodens noch unvollendet geblieben ist, wie z. B. in den Propyläen 
der Akropolis von Athen, liegt daher seine Werkschicht höher als diese Bet- 
tungsfläche: ihre Abnahme und Glättung bis zur Libelle der Bettung, er- 
wirkt man ganz zuletzt nach Vollendung des Raumbaues, um sie bis da- 
hin als Schutzdekke des Fussbodens gegen Beschädigung während der Aus- 
führung des Baues dienen zu lassen. 
Bei Anwendung von stark porösem Kalksteine als Werkstoff, findet sich 
der Fussboden mancher Räume durch schön gefarbten Estrichschlag gedekkt. 
Hiervon bewahrt die Celle des Athenatempel auf Aegina mit ihrem marmorharten 
rothen Estrich noch ein Beispiel, doch kommen statt dessen auch reiche 
Mosaikdekken vor, wie in dem Opisthodomos des Zeustempels zu Olympia. 
4. Zugangsstufen. Gradus. Es war religiöser Brauch bei den Al- 
ten die Tempel und Heiligthümer der olympischen Gottheiten stets mit dem 
rechten Fusse zu betreten, auch die Opferspenden mit der rechten Hand 
und nach rechtshin zu verrichten, dagegen in die Grabstätten und Heroa 
mit dem linken Fusse einzugehen, auch hier mit der linken Hand zu opfern. 
Deswegen ist den Tempeln jener Gottheiten eine ungleiche, den der Heroen 
eine gleiche Anzahl von Stufen vorgelegt, damit man bei ersteren mit dem rech- 
ten Fusse unten an und oben austrete, was eben nur bei ungleicher Stu- 
fenzahl möglich ist. In der Regel finden sich drei solcher Stufen: bei Tem- 
peln von bedeutendem Maasstabe jedoch, wo sie eine Steigung von sol- 
cher Höhe empfingen welche den Aufstieg unmöglich machte, sind zum 
Eingange in der vorderen und hinteren Fronte noch Zwischenstufen von 
der normalen Steigungshöhe in einer gewissen Länge eingelegt, welche den 
bequemen Zugang vermittelten; die übrigen, nicht zugangbaren Strekken 
mögen dem Volke bei festlichen Versammlungen zu Stand- und Sitzplätzen 
gedient haben, doch sind auch kleinere Kunstwerke abwechselnd hier aufge- 
stellt gewesen. Schon aus der Herumführung dieser Stufen rings um den 
Stylobat, bei jedem Tempel ohne Ausnahme auch wenn er keine Säulenrei- 
hen an den Seiten hat, erkennt man dass hiermit dem Baue nur das Kenn- 
zeichen eines der Gottheit geweihten Anathema verliehen werdensollte  
 Stereobat es.  Bei Vitruv (4, 4, 1) ist Solum der natürliche Boden, Stereobates aber 
das auf diesen gegründete Fundament. 
 Krepis.  Es finden sich als gleichsinnige Bezeichnungen, Krepidoma Krepidaion Sug- 
gestus Crepido hierfür. Hesych. zgrysrris    uai neql 15711 ägxwsmuvlav 156 xzicaws, 550,
        

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