Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Fette, Öle, Leinölersatzmittel und Ölfarben
Person:
Eibner, Alexander
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2695832
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2698568
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URSACHEN UND VERHÜTUNG 
FRÜHSPRUNGBILDUNG ANTROCIQNENDER 
ÖLFARBENAUFSTRICHE ÄUND 
AUF ÖLBILDERN. 
EINLEITUNG 
UND 
LITERATUR. 
Im ersten Teil kam der Gedankengang zum Ausdruck, daß das 
Zustandekommen der bei Ölfarbenaufstrichen und Lackierungen im 
Freien, sowie bei Ölbildern im Laufe kürzerer oder längerer "Zeit auf- 
tretenden Verfallserscheinungen der Sprung- und Rißbildung in erster 
Linie durch das Farbmaterial selbst auch dann verursacht sein kann, 
wenn es stoffecht und technisch rein ist. Als Ursache des Eintrittes 
dieser Zusammenhangsstörungen der Farbschichten waren Schwund- 
vorgänge des Ölanteils der Aufstriche beim Trocknen angenommen 
worden. Nachdem Taub e r1 durch Dauerversuche an stoffechten 
und reinen Materialien festgestellt hatte, daß unter gleichen äußeren 
Umständen Mohnölfarbenaufstriche beim Antrocknen viel stärker 
springen oder reißen, als solche von Leinölfarben, schien die erste 
der Ursachen dieser starken Verwendungsunterschiede beider Arten 
von Ölfarben im verschieden großen Schwundbetrag von Lein- und 
Mohnöl beim Trocknen im Aufstrich zu liegen, die weitere in den 
inzwischen in der Versuchsanstalt festgestellten beträchtlichen Festig- 
keitsunterschieden von Leinöl- bezw. Mohnölfilmen. Um diese Ver- 
mutungen zu prüfen, wurden im ersten Teil der Arbeiten die Zu- 
sammensetzung und das Verhalten beider Öle beim Trocknen so weit 
festgestellt, als die gegenwärtigen Hilfsmittel es zulassen. Es wurde 
ggzeigt, daß Mohnölaufstriche beim Trocknen tatsächlich viel star- 
keren Schwund erleiden, als Leinölaufstriche. Außerdem wurden 
die Ursachen dieser Unterschiede so weit als möglich ermittelt. Da- 
mit war für das Nichtspringen der Leinölfarbenaufstriche und das 
Springen der Mohnölfarbenatifstriche eine erste Erklärung gegeben. 
Es blieb jedoch unaufgeklart, warum Olfarbenaufstriche schon im 
nassen Zustande und während des Antrocknens sprungfahig werden 
können, wie etwa das feste und einheitliche, beschränkt elastische 
System Majolikaglasur. Daher handelte es sich noch um Lösung der 
Frage, wodurch festllüssige disperse Systeme, wie frische Ölfarben- 
aufstriche, die weder stofflich einheitlich sind, noch starre Schichten 
bilden, zu beschrankt elastischen, sprungfahigen Systemen werden 
können. Hier liegt eine Aufgabe aus dem Gebiete der Mechanik vor. 
Diese Frage aus einer engeren Angelegenheit der Bilderpflege zu 
einer nicht nur die gesamte Anstrichtechnik, die Öl- und Lackfarben- 
1 Chem. Ztg 1909, 85, 94 u. a. a. O. 
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