Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Fette, Öle, Leinölersatzmittel und Ölfarben
Person:
Eibner, Alexander
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2695832
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2697734
der Gewichtsveranderungen der Aufstriche fetter Öle. Daß es nicht 
schon lange durchschlagende Erfolge erzielte, liegt daran, daß es 
bisher fast nur beim Leinöl angewendet wurde, und daß die Beob- 
achtungen nicht systematisch bis zum Durchtrocknen der Aufstriche 
und weit darüber hinaus fortgesetzt wurden. Diesem Verfahren liegt 
die einwandfreie Absicht zu Grunde, die Versuchsanordnung genau 
so zu treffen, wie die Anwendung der fetten Öle in der Technik statt- 
findet. Dies ist gerade bei Stoffen, deren Reaktionsgang katalytisch 
beeinflußbar ist, nötig, weil, wie im Abschnitt III erwähnt, hier jede 
andere Versuchsart quantitativ anders verlaufende Reaktionen ver- 
anlassen kann. So laßt sich von den Vorgängen beim Eindicken 
fetter Öle durch Kochen nicht ohne weiteres auf jene beim Trocknen 
im Aufstrich schließen. Die Schwierigkeiten, die sich in der Aus- 
führung des Glastafelverfahrens in Bezug auf die Vergleichbarkeit 
der Ergebnisse der Versuchsreihen zeigten, wurden besonders unter 
Mitwirkung von W. L i p p e r t 1" dadurch überwunden, daß bei den 
Versuchsreihen die Flachengrößen und Schichtdicken der Aufstriche 
gleich und die Ölmengen möglichst gering gewählt wurden. (o,ooo5 
bis 0,0008 gr auf 1 qcm.) '58 Indem weiter die Unterschiede in den 
Tafel 
    
      
MMV 
  
Leinölkuruen 
a) Leinöl aus frischer Erdinger Saat; kaltgeschlagen 1919; frisch zum Versuch ver- 
wendet 11,1 ß Gewichtsverlust.  
b) Leinöl aus 5Wochen alter Mammendorfer Saat; kaltgeschlagen 1916; frisch zum 
Versuch verwendet Iggß Gewichtsverlust. 
e) Leinöl aus Mühldorfer Saat; kaltgeschlagen 1919; frisch zum Versuch verwendet 
6 ß Gewichtsverlust. 
1. Angezogen. 2. Kleben. 3. Klebefrei. 
Lichtstärken, Temperaturen, der Herkunft, des Alters und der Ge- 
Winnungsart der Öle berücksichtigt wurden, gelang es schließlich, 
gleichartige Versuchsbedingungen zu schaffen. Hierdurch ließ sich 
die Genauigkeit so weit treiben, daß man jetzt an der Gestalt der 
Gewichtskurven der Aufstriche reiner und frischer fetter Öle nicht 
nur die ölart sicher erkennt, also Lein- von Mohn- und Nußöl leicht 
unterscheidet, sondern auch innerhalb derselben Klasse junge von 
alten, geschlagenen und- extrahierten_ Ölen, baltische Leinöle von hol- 
landischen u. dgl. Man hatte das Verfahren bisher hauptsächlich 
1" V11. Lewkowitsch. Lehrbuch I. S. 346. 
134
        

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