Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Fette, Öle, Leinölersatzmittel und Ölfarben
Person:
Eibner, Alexander
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2695832
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2697690
obachtete Höhe hinaus ein, also Verkürzung der Trockenzeit und 
Erhöhung der Gewichtsaufnahme bis zum Antrocknen. Dann aber 
folgte schon vom 4. bis zum 17. Tag Abfallen der Kurve bis 
z u r N u 1 1 i n i e ; also Verlust der gesamten Gewichtszunahme, 
d. h. ein Stoffverlust und Schwund, wie sie in der gleichen Zeit im 
zerstreuten Licht nicht einmal beim Mohnöl vorkommen. Dazu 
T a f e 1 8. 
Eiizfluß das direkten Sonnenliclztes 
auf dm Troclemzzorgang von Leinäl und 
Malmö] im Mäuler.  
  M 
L Leinöl im zerstreuten Licht Q4  
La. „ im direkten Sonnenlicht ixx "g   
M Mohnöl im zerstreuten Licht MaXn5  I." i" 
Ma. „ im direkten Sonnenlicht j Xx 3, [.7 
o X ' 
x Anziehen Xx 
2 Kleben  1x 17'142) x 
3 Klebefrei trocken x; X3 
4 Wiedererweichen " 
5 Starkes Wiedererweichen. 10 Tage 20 Tage 
kommt, daß schon vom 13. Tage an jenes Wie d e r e r w e i c h e n 
und W i e d e r k 1 e b e n eintrat (Punkte 4 und 5 der Kurve), über 
das u. a. Heb in g sich wiederholt dahin äußerte, daß es auch bei 
Leinölaufstrichen im Freien auftritt. 
Das Trocknen des Leinöles im direkten Sonnenlicht ist also schon 
im Frühjahr nach zwei Richtungen praktisch anormal: Einmal, weil 
es stärkste Frühsprungbildung von Farbenaufstrichen verursachen 
kann und dann, weil dadurch der Vorteil der Anwendung des Lein- 
öles unter normalen Umständen rasch klebefrei trocknende und nie 
wiedererweichende Farbenaufstriche zu liefern, verloren geht und 
das Leinöl auf diese Weise zum m o h n ö 1a h n l i c h e n Trocknen 
gebracht wird. Es gibt in der Tat nie trockenwerdende Haustüren- 
anstriche, sogar nichttrocknende Innenarbeiten. Ob hier nur Ver- 
fälschungen des Leinöles oder nur zu starke Lichtwirkung ursächlich 
wirkten, wäre zu untersuchen. Nach diesen Erfahrungen gewinnt 
auch die Legende vom nichttrocknenden reinen Leinöl neue Er- 
klärung. Nachdem das Leinöltrocknen als Sauerstoffaufnahme und 
Umlagerung in Verbindung mit chemischer und nachfolgend physi- 
kalischer Wasseraufnahme, vermindert durch begrenzte, ein starkes 
Maß erreichende Stoffabgabe erkannt ist, ergibt sich aus den Ver- 
SüChen, daß das direkte Sonnenlicht diese chemischen Vorgänge auf 
katalytischem Wege in Extrem zieht und besonders die chemische 
Wasseraufnahme erhöht; denn diese bedingt verstärkte SpaltungS- 
Vorgänge, die zur Vermehrung der gasförmigen Produkte führen, in- 
dem eine größere Menge an Peroxyden zur Zerlegung gelangt, und 
weil in der wärmeren Jahreszeit die Luft wasserdampfreicher ist als 
130
        

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