Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehr- und Übungsbuch für den Unterricht der Buchdrucker im Satzbau und Fachzeichnen
Person:
Baumann, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2650959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2651274
Anmerkungen sind absichtlich kurz gehalten; sie sollen nur die Richtung an: 
geben, aber dem Lehrer nicht vergreifen. Die große Zahl der Aufgaben ermöglicht 
es, den Schülern gleichzeitig verschiedene Aufgaben zu geben und sie hierdurch 
zum selbständigen Arbeiten anzuleiten. Hierbeivon sogenannten Gegenbeispielen 
(mangelhaften Arbeiten) auszugehen, halte ich bei Anfängern für bedenklich. 
Ist ein solches Verfahren schon pädagogisch sehr anfechtbar, so ist es zugleich 
geradezu hinderlich für das Auffinden einer andren Lösung. Durch das genauere 
Ansehen der Druckarbeit prägt sich diese dem Ungeübten so fest ein, daß er sich 
auch dann davon nicht los machen kann, wenn er sie nicht mehr vor sich hat.  
Sind die Schüler im 3. oder 4.]ahre besonders befähigt, so mag dieses Verfahren 
hin und wieder ein eschla en werden. 
Besondere Angaben fäir Drucker finden sich auf der Mittel: und Oberstufe; 
sie sind durch Sternchen gekennzeichnet. Auf der Mittelstufe wird es sich in erster 
Linie darum handeln, diese Schüler mit dem Gebrauch der Farbe vertraut zu 
machen. Das Übungsbuch gibt absichtlich keine zusammenhängende Farbenlehre 
und Regeln über das Mischen der Farben, sondern regt in zahlreichen Aufgaben 
an, durch ausgedehnte Übungen Erfahrungen und Fertigkeiten im Farbenmischen 
und Zusammenstimmen der Töne zu vermitteln. Diese Übungen sind zunächst 
am besten mit Temperafarben auszuführen.  In der Oberstufe sollen sie indessen 
mit Druckerfarben fort esetzt werden. Dazu sind einige Solnhofener Steine, 
Spachtel und Handäaräwalzen erforderlich. Wenn eine Handpresse nicht vor: 
handen ist, reicht auch die Vergolderpresse der Buchbinder, nötigenfalls sogar 
eine Kopierpresse aus. Ist eine Schriftgarnitur zum Setzen nicht vorhanden, so 
müssen außerdem von einigen Schriftsätzen Galvanos beschafft werden, mittels 
derer farbige Abzüge hergestellt werden. Auch hier soll durch praktische Ver: 
suche und bungen der Farbensinn des Druckers geweckt und ausgebildetwerden. 
Es wird vor allem die verschiedene Wirkung einer und derselben Farbe auf den 
verschiedenen Papieren zu beachten sein, sodann die Möglichkeit, die Farben 
zu mischen und zu brechen, und endlich das harmonische Zusammenstellen 
mehrerer Farben. Das Lehrbuch kann hierzu selbstverständlich durch die ge: 
stellten Aufgaben nur Anregung geben. Den Ausschlag für diese Übungen gibt 
in erster Linie der Lehrer selbst.  Eine sehr gründliche Anleitung zum Gebrauch 
der gebräuchlichsten Druckerfarben ibt das Werk „Praktischer Leitfaden für 
Buntbuchdruck" von Müller und DetIileffmVerla  Müller, Berlin SW., Gnei: 
senaustraße 91 (1900), das dem Lehrer, der nicit Fachmann ist, mancherlei 
Winke gibt.  Da bei der farbigen Behandlung des Buchdrucks das Papier eine 
wichtige Rolle spielt, so beschaffe man seitens der Schule durch Vermittlung 
einer Druckerei eine Auswahl guter brauchbarer Druck: und Umschlagpapiere, 
auf denen die obigen Übungen und Versuche anzustellen sind. 
Gibt das Lehrbuch dem Lehrer, soweit er Fachmann ist, stofflich nichts 
Neues, so wird aber auch diesem der strenge methodische Aufbau willkommen 
sein und den Unterricht wesentlich erleichtern. Der Lehrer, der fachlich nicht 
geschult ist, wird an der Hand dieses Buches unter Zuhilfenahme anderer fach: 
wissenschaftlicherWerke sich verhältnismäßig schnell einarbeiten, vorausgesetzt, 
daß er auch selbst einmal zum Winkelhaken greift und durch den Verkehr mit 
Fachleuten seine Kenntnisse erweitert. Sehr gut orientiert den Laien das Buch 
von „Weber, Katechismus der Buchdruckerkunst",Verlag Weber, Leipzig 1901, 
VI
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.