Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Metallfärbung und deren Ausführung mit besonderer Berücksichtigung der chemischen Metallfärbung
Person:
Buchner, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2635267
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2638553
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Gefärbte Oberflächen werden elektrolytisch auf einem Metall er- 
zeugt, wenn man dasselbe zur Anode in einer alkalischen Blei- 
oder Blei- und Kupferlösung macht. Das Verfahren läßt sich an- 
wenden auf Artikel aus Messing, Kupfer oder einem anderen Metall, 
oder auf enkaustische oder andere Steine, auf China-, Porzellan-, 
Steingutartikel, oder auf eine andere irdene Ware, welche vorher mit 
Metall durch elektrolytische Niederschlagung von Kupfer, Fritten 
auf Folie oder Erhitzen im Nickelkarbonyldampf überzogen ist. Die 
Artikel werden gereinigt durch Eintauchen in verdünnte Salpeter- 
säure, durch Polieren oder auf andere Weise. Artikel aus Eisen 
werden mit Kupfer oder Messing überzogen. Die Bleilösung wird 
durch einstündiges Kochen von Bleiglätte mit Aetznatron oder einem 
andern Alkali in Wasser und Verdünnen des Gemisches dargestellt. 
Es ist besser, etwas Cyanid-Verkupfemngsbad der Lösung zuzusetzen. 
Die Artikel. werden nachher gewaschen und können lackiert werden. 
 Weitere Effekte können erzielt werden, wenn man Firnis oder andere 
Schutzmittel auf Teilen der Artikel während eines Teiles der Elektro- 
lysendauer anwendet und die Artikel nachher von 150-5000 F. 
(655-2600 C.) erhitzt. (Engl, Patent 10977 vom 16. Juni 1000. 
D. Linclair, Coalbrook dale, Shropshire) 
Josef Rieder-Leipzig (D. R. P". 113 453) will durch anodische 
Wirkungen Metallfärbungen hervorbringen, und zwar durch die an der 
Anode sich abscheidenden Gase (s. auch das Verfahren von Lismann 
zur Erzeugung von künstlicher Patina Seite 210). Um das Entweichen 
der Gase zu verhindern oder zu verlangsamen, werden dem Elektro- 
lyten gelatinöse Körper, wie Gelatine, Agar-Agar u. dergl, zu- 
gesetzt. Das zu färbende Metallstück kommt am besten mit dem 
Verdickungsmittel und dem Elektrolyten in -eine Tonzelle; die Kathode 
wird in den nicht mit dem Verdiokungsmittel versehenen Elektrolyten 
gesetzt. Eine Lösung von Mono- und Dinatriumcarbonat soll auf 
Kupfer ein dunkles Braun, das durch Zusatz von Dinatriumthiosulfat 
in ein tiefes Schwarz übergeht, hervorbringen, Natriumacetat er- 
zeugt eine hellbraune, Dinatriumphosphat und Chlorammonium eine 
olivgrüne, Kaliumferricyanid und Chlorammonium eine lila Färbung. 
Das Verfahren beruht dem Prinzip nach auf der Anwendung 
eines gelatinösen Elektrolyten, d, h, einer Salzlösung, welche durch 
Zusatz geeigneter Materialien, z. B; Leim, Gelatine mit oder ohne 
Glycerin, Agar-Agar und anderen Stoffen mit ähnlichen Eigenschaften, 
gelatiniert worden ist, und in welche der zu färbende Metallgegenstand 
eingegossen ist. Dient nun dieser Metallgegenstand, nachdem der 
Elektrolyt vollkommen erstarrt ist, bei der Elektrolyse in bekannter
        

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