Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Metallfärbung und deren Ausführung mit besonderer Berücksichtigung der chemischen Metallfärbung
Person:
Buchner, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2635267
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2637345
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B. Wenn man nach dem 1 bis 2 Minuten langen Eintauchen 
den Gegenstand schnell mit-Wasser abspült, dann zwischen Säge- 
spänen abreibt, so erhält man einen mehr braunen, sehr 
sch ö n e n T0 n , der am Lichte etwas nachdunkelt, zuerst g r ü n l i c h , 
dann braunschwarz wird. 
Dieser schöne Ton haftet sehr fest und ist ähnlich der Färbung 
der Bronzemedaillen.  
Durch die Wachsbürste wird der Ton sehr lebhaft. 
Diese erzeugten Töne können beliebig modifiziert werden durch 
Aenderimg" des Verhältnisses zwischen Kupferlösung und Bnom- 
wasser, z. B. 2 Voll. Kupferlösung 1., 1 Vol. B-nomlösung IV., 1 Vol. 
Chlorcalciumlösung. 
Je mehr Kupferlösung, desto dunklere Töne und je mehr 
Bnomlösung und Chlorcalcium, desto hellere Töne werden hervor- 
gebracht. 
Diese Färbimg beruht auf der Bildung von Kupfenoxydul in 
verschiedenen Modifikationen von Bronzegelb bis Dunkelbraun nebst 
etwas Kupferbromür und Kupferchlorür, welche die Färbung, d. h. 
das Dunklerwerden am Lichte veranlassen. 
C. Patinierung. 
Wenn man die nach l. A. oder B. behandelten Gegenstände, 
welche mit einer äußerst festhaftenden, der Hauptsache nach aus. 
Kupferoxydul bestehenden Schichte bedeckt sind, nachdem sie trocken, 
einer Atmosphäre von Schwefelwasserstoffgas oder Schwefel- 
ammoniumdünsten aussetzt (indem man die Figur z. B. unter eine 
Glasglocke stellt, in welche Schwefelwasserstoff eingeleitet wird, oder 
eine Schale mit Schwefelammonium sich befindet) aber mit der Vor- 
sicht, daß diese Schwefelung nur eine leichte ist, daß also nur die 
oberflächlich liegenden Teilchen in Schwefelkupfer verwandelt werden, 
wobei die Figur eben leicht grauschwarz wird, und dann in eine 
Flüssigkeit, bestehend aus 112 Liter 1., 1]? Liter lV., 250 ccm lll., 
taucht, heraus nimmt und die Flüssigkeit bei gewöhnlicher Temperatur 
auftnocknen iläßt, so erhält man einen schönen, grünschwarzen 
Grundton wie die antiken Bronzen, mit reichlicher Patina 
in den Vertiefungen im Verlaufe einer halben Stunde. Die Färbung, 
sowie Patina haften fest, so daß sie nach dem Abwaschen mit 
Wasser gut mit der Wachsbürste behandelt werden können. 
Haupterfordernis zum Gelingen ist, daß die Schwefelung keine 
zu tiefgehende ist. Der Gegenstand darf nur anfangen, eben vom 
l-Iellbraun in Grau überzugehen. Ist aber die Schwefelung eine so 
Buchner, Metallfärbung.  11
        

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