Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Hölzer
Person:
Krais, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2617161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2623417
der Möbeltischlerei 
l. Das Holz in 
L9 
Der Furnierleim muß sirupartig, dickflüssig sein. Der Vorgang 
ist nun folgender: 
Das Blindholz wird auf kleine, ca. 50 cm lange und 10 cm hohe 
Blöcke gelegt, die sich auf der Furnierplatte befinden; hierauf wird mit 
einem großen Pinsel, dem Furnierpinsel, eine ziemlich dicke Schicht 
Leim recht gleichmäßig aufgetragen. lst die eine Seite fertig, so dreht 
man das Brett herum und wiederholt den Vorgang; dies nennt man das 
Leiman geben. Hierauf wird das nächste Brett vorgenommen und so fort. 
Inzwischen ist der Leim erkaltet und man überzeugt sich, ob er beim 
Anfassen noch klebt. lst dies der Fall, dann nimmt man das zugerichtete 
Furnier und legt es vorsichtig auf, wobei auf sofortige richtige Lage acht- 
gegeben werden muß, da an ein sauberes Losnehmen nicht mehr zu denken 
ist, und streicht dann mit der Hand das Furnier fest. Es wird manchen 
Leser wundern, daß der Leim erst erkalten rnuß, bevor das Furnier auf- 
gelegt wird, aber dies hat seinen guten Grund, weil durch das Abkühlen 
das Quellen des Furniers vermieden wird. Während dieses Vorganges 
werden die Zinkzulagen auf der Wärmeplatte angewärmt. Nun heißt es 
schnell arbeiten! Die erste Zinkzulage wird herbeigeholt, mit dem Fett- 
lappen abgerieben (um das Ankleben des Furniers zu verhindern), auf die 
warme Zinkzulage kommt das zu furnierende Holz, auf dieses wieder 
eine zweite Zulage und so fort. Oben und unten kommt dann als letztes 
je eine Holzznlage. Das Ganze wird in die bereitstehenden Fumierböcke 
oder Furnierpressen gebracht und nun wird vorsichtig von der Mitte aus 
Spindel für Spindel fest angeschraubt, bis der Leim an den Seiten tropfen- 
weis hervorquillt. Nach 5 Stunden werden die furnierten Stücke wieder 
IOSgCSdIII-lubt und gleich nachgesehen, ob irgendwo schadhafte 
Stellen zutage treten. Bei großen Blättern, die auf Kreuzfuge und Fries 
furniert sind, wird es einem wenig erfahrenen Arbeiter fast stets passieren, 
daß sich die Fugen übereinanderschieben oder gar weit voneinander ge- 
trennt haben. Oder, wenn ein Büfettblatt von ziemlich großen Dimen- 
sionen zu furnieren ist und die Schrauben nicht gleichmäßig gedrückt 
haben, so stellen sich die Kürschner ein, Stellen, die nicht geleimt 
haben und durch ihre schwach erhabene Gestalt auffallen. Sie geben 
beim Aufklopfen mit dem Fingernagel einen hohlen, knattemden Klang; 
man schneidet solche Stellen mit einem Messer auf, streicht Leim in die 
Fuge und schraubt nun mit Zulage und Zwinge die Stelle nieder. 
War Leim an dieser Stelle vorhanden und rührt der Fehler nur 
vom Nichtangreifen her, so genügt es, einen auf der Platte erwärmten 
Fumierhammer zu gebrauchen und das Furnier an dieser Stelle festzu- 
reiben- 
Seltener finden sich die Wülste, audi Würste genannt, vor.
        

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