Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Hölzer
Person:
Krais, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2617161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2621354
II. Das Schwinden und Quellen, 
Reißen, Werfen, Vorziehen des Holzes. 
Bei völlig lufttrockenem Holze beträgt 
u) Bei Nadelholz: Stammhölzer  . . 
Äste . .   . . 
Junge Stämme    
ß) Bei Laubholz: Stammhölzer . . . 
Äste . .  .  . 
junge Stämme . . . 
der Wassergehalt: 
. 15170 Wasser, 
. 150f0 „ 
 l5ojo ß„ 
 l7ofg „ 
 Zßofo „ 
. 19Of0 „ 
Verliert das Holz durch Austrocknen einen großen Teil seines 
Wassergehaltes, so schwindet es, d. h. es verringert sein Volumen. Es 
schwindet zunächst an seiner Oberfläche und zwar schwinden die breiten 
Sommerholzsdiichten im Stamm am raschesten, was auf die Bildung der 
Risse und die Richtung des Werfens von Einfluß ist. 
Je mehr Saft eine Holzart enthält  und dies ist von den Be- 
dingungen seines Wachstums, wie wir gesehen haben, abhängig  um so 
größer wird ihr Schwindmaß sein. Und je schneller die Austrocknung 
bei einem Holze bewirkt wurde, desto stärker tritt später die Volumen- 
Veränderung ein. Langsames Austrocknen ist also vorzuziehen, aber 
leider spielt heute die möglichst schnelle Verwertung des gefällten Holzes 
eine große Rolle, die seinem späteren "Arbeiten" nur zu förderlich ist. 
Langes Lagern und langsames natürliches Austrocknen bedeutet einen 
nicht zu unterschätzenden Zinsverlust an dem angelegten Kapital. Das 
Baugeschäft kann einen solchen nicht ertragen, die Bau- und die Möbel- 
tischlerei schon eher. Wagenbauer, Klavierfabrikanten u. a. m. müssen 
ganz trockenes Holz verarbeiten, das viele Jahre gut gelagert hat. Und 
doch gibt es zersprungene Resonanzböden an Klavieren, die dann ein 
derartiges Instrument fast wertlos machen. 
Unsere in der Bau- und in der Möbeltischlerei verarbeiteten Hölzer 
schwinden beim Trocknen in der Faserriditung gewöhnlich um O,1O[0, in 
der Richtung der Markstrahlen um Sofo und in der Richtung der Jahres- 
ringe um ca. lOofo. 
Ein weiterer Grund für das Schwinden von Hölzern, besonders im 
inneren Ausbau, ist durch die Absperrung der Außenluft von den Räumen 
und durch die zu starke und immerwährende Austrocknung der Zimmer- 
luft gegeben. Wo Zentralheizungen Tag und Nacht im Betrieb sind, 
oder auch schon wo Dauerbrandöfen die Erwärmung besorgen, kann man 
selbst an sorgfältig getrocknetem Holz starkes Schwinden bemerken. Da 
lösen sich die Türzargen los von den Dübeln, ihr Deckfalz schwindet ein, 
die Füllungen werden undicht, Tischplatten zerspringen mit starkem Knall, 
in Schulräumen zerplatzen die Wandtafeln  kurz, überall, wo größere 
Holzstiicke zur Verwendung gelangten, zeigen sich die Folgen einer zu
        

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