Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundgesetze für den kunstgewerblichen Entwurf in Edelmetall
Person:
Segmiller, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2613668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2614847
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bei Besteckgriffen und Griffen jeder Art. Auch Toilette- 
geräte, Bürsten, Handspiegel usw., erhalten in dieser 
Weise am besten ihre Verzierung. Was den eigent- 
lichen Schmuck betrifft, so ist zu sagen, daß es wün- 
sehenswert erscheint, das Relief wieder mehr in Auf- 
nahme zu bringen. Wirklich plastischen Schmuck 
kennt man zur Zeit kaum mehr. Was die Mode 
heute auf den Markt wirft, ist meistens Montierarbeit. 
Besonders für besseren Silberschmuck in Verbindung 
mit den nie genug zu verwertenden schönfarbigen 
Halbedelsteinen würde eine Renaissance des getriebenen 
und ziselierten Schmuckes eine willkommene Abwechs- 
lung bedeuten. Freilich dürfte man in der Höhe nicht 
zu weit gehen, auf daß die harmonischen Verhältnisse 
gewahrt bleiben. Eine weitere Bereicherung wäre 
ferner die Wiedererweckung des Email en ronde bosse. 
Wie prächtig und farbensprühend war in dieser Hin- 
sicht der Renaissanceschmuckl Armselig mag man 
unsere Broschen und Anhänger bezeichnen im Ver- 
gleich mit den Werken des 16. Jahrhunderts. Auch 
des Reliefschmelzes (Silberschmelz) des 14. Jahrhunderts 
sei Erwähnung getan. Das Ornament, auch figurale 
Darstellungen wurden in die Silberplatte als Relief 
eingegraben und dann mit transluzidem Schmelz über- 
zogen, wobei in den tiefer gelegenen Partien naturgemäß 
die Farbe einen dunkleren Ton annahm als oben, wo 
der Silberglanz fast ganz durchleuchtete. Aber auch 
diese tieferen Stellen erhielten infolge des durchschei- 
nenden Silbers eine belebende Frische. 
In dieses Gebiet fällt auch die Arbeit des Stahl- 
graveurs, der allerdings in umgekehrter Weise vorgeht.
        

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