Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundgesetze für den kunstgewerblichen Entwurf in Edelmetall
Person:
Segmiller, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2613668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2614331
Der 
moderne 
Entwurf. 
Es wäre ein unvernünftiges und unmögliches Be- 
ginnen, die Kunst durch Gesetze einschnüren zu wollen. 
Sie ist eine freie subjektive Betätigung, welche um so 
größere Werte schafft, je eigenartiger sie erfolgt. 
Anders im Kunstgewerbe und in der Kunstindustrie. 
Hier ist es zunächst die Brauchbarkeit, welche Gesetze 
vorschreibt. Dann aber äußert das Material seinen 
bestimmenden Einfluß. Endlich vermag man gewissen 
Wirkungen, die in stets gleicher Weise durch Linien, 
Flächen, Verhältnisse, Farben usw. auf das Geschmacks- 
empfinden des Menschen ausgeübt werden, nachzugehen 
und zu untersuchen, 0b sie Befriedigung des Schönheits- 
gefühles oder Unlust hervorrufen. Diese Erscheinungen 
werden nicht nur an den Menschen der Gegenwart 
beobachtet sondern finden sich in jeder Epoche kräftigen 
Kunstimpulses vor. Es gibt daher Gesetze des kunst- 
gewerblichen Schaffens, welche ebenso die Grundlage 
für die Formgebung der Griechen, wie der vorzüglich- 
sten Stile des Mittelalters und der Neuzeit waren. Ver- 
ließ das Kunstschaffen einmal den gefestigten Boden 
dieser Stilgesetze, so wurde in die Zeit des Verfalles 
eingetreten oder es entstand ein Stil, den wir heute 
vielleicht als eigenartig, aber nicht als ästhetisch ein- 
wandfrei anerkennen. 
Wer diese Gesetze oder das Recht sie zu sammeln, 
leugnen wollte, der leugnet damit überhaupt die Mög-
        

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