Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundgesetze für den kunstgewerblichen Entwurf in Edelmetall
Person:
Segmiller, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2613668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2615100
Die Schrift. 
Es seien einige Hauptgesetze über die Beschaffen- 
heit ästhetisch einwandfreier Schriften angefügt. (Der 
erste Teil dieser Abhandlung stützt sich auf die Unter- 
suchungen Mr. Edward johnstons.) 
Lange Jahre hindurch hat das Gebiet der Schrift 
brach gelegen. Man gravierte oder schrieb den her- 
kömmlichen Satz mehr oder weniger gut und vergaß 
ganz, daß die Schrift einmal angewandte Kunst gewesen 
war und auch heute wieder werden könnte. Man ging 
auch daran vorbei, daß der Schrift eminenter erzieheri- 
scher Wert gerade für das Entwerfen innewohnt. Heute 
finden wir das Schreiben an den meisten Kunstgewerbe- 
schulen, oft als direkte Vorübung für Raumverteilung, 
wieder eingeführt. 
Wir stellen drei Forderungen an die Spitze: 
l. Leserlichkeit, 
2. Zweckmäßigkeit, 
3. Schönheit. 
Eine Schrift, die nicht gut lesbar ist, und sei sie 
noch so dekorativ, ist keine Schrift, sondern ein Orna- 
ment. Wer natürlich beides zu verbinden weiß, ist der 
größte Schriftkünstler. Mustergültige Beispiele hat uns 
das Mittelalter, ganz besonders aber der maurische 
Stil hinterlassen. Die Zweckmäßigkeit muß namentlich 
in Hinsicht auf Größe und Technik berücksichtigt
        

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