Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte der unedlen Metalle
Person:
Lüer, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2586179
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2590169
358 
15. Jahrhundert. 
Besonders zahlreich sind erzene Grabplatten von Domherrn und 
Bischöfen in verschiedenartiger Ausführung im Dome zu Bamberg er- 
halten (sämtlich beschrieben in M. Landgraf, Der Dom in Bamberg, 
Bamberg 1886). Die älteste, anscheinend noch im 14. Jahrhundert ent- 
standene, in Gravierung ausgeführte Platte ist die des Fürstbischofs Lam- 
bert von Brunn (T 1399). Platten von Domherren teils erhaben gegossen, 
teils eben mit vertiefter Liniendarstellung, folgen in den nächsten Jahr- 
zehnten. Als die erste aus der Vischerschen Werkstatt gelieferte Platte 
gilt die des Fürstbischofs Georg von Schaumberg (T 1475). Erhaltene 
Rechnungen geben weiter über die Arbeiten dieser Gießhütte für Banzberg 
Aufschluß. Verzeichnet ist neben Zahlungen an Meister Peter Vischer 
auch ein Betrag von sechs Gulden, der dem Maler Katzheimer „für die 
Visierung zum Guß" ausgehändigt wurde. In Welchem Umfange solche 
Zeichnungen dem Meister Peter als Vorbild bei der Ausführung zu 
dienen hatten, ist nicht unzweifelhaft feststehend, möglicherweise handelte 
es sich nur um Porträts, die im übrigen volle Freiheit ließen. 
Justi sagt  a. O. S. 40 Anm. 9) im Hinblick auf die von Peter 
Visc her für Banzbcrg ausgeführten Domherrenplatten: „Sie Wurden meist 
nach einem festen Schema, ohne wesentliche Beteiligung des Meisters, 
gearbeitet und stehen deshalb teilweise auf einer tieferen Stufe der Ent- 
wicklung als die gleichzeitigen eigenen Arbeiten des Meisters." 
Mit Sicherheit als Arbeiten der Vischerschen Gießhütte be- 
stimmbar sind in Bamberg noch die Platten des Fürstbischofs Heinrich Groß 
von Trockau (T 1501), des Fürstbischofs Veit I. (T 1503), des Domherrn 
Eberhard von Rabenstein (T 1505) und des Fürstbischofs Georg II. (T 1508). 
Die Platte des Fürstbischofs Heinrich wurde bereits im Jahre 1489 
geliefert, auch die anderen werden zu Lebzeiten der dargestellten Personen. 
doch wohl erst im 16. Jahrhundert ausgeführt sein. 
Nur noch zwei vortreffliche Reliefplatten des 15. Jahrhunderts sind 
im südlichen Deutschland und zwar in der Stiftskirche zu Ellzmazgciz i. W. 
erhalten, die mit einiger Gewißheit als Arbeiten der Vischerschen Werk- 
statt zu betrachten sind. Die eine dieser Platten mit den Gestalten der 
Stifter Hariolf und Erlolf scheint zum Jubiläum des Klosters im Jahre 
1464 für das Grab jener ausgeführt zu sein, wie man annimmt von 
Hermann Vischer. Die andere Platte, auf der die beiden Pröbste Joh. 
v. Hirnheim (T 1460) und Albr. v. Rechberg (T 1502) vor einer Pietas 
knieend dargestellt sind, ist jedenfalls eine Arbeit Meister Peters aus. 
dem Ende des 15. Jahrhunderts. 
Von anderen Erzgrabmälern Süddeutschlands aus jener Zeit ist zu 
erwähnen die in der Komposition von allen deutschen Werken der Art 
wesentlich abweichende Platte des Erzbischofs Robert Hallun von Salis- 
bury (T 1417) im Münster zu Konstanz. Die im Umriß ausgeschnittene
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.