Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Fürstenthum Reuss Jüngerer Linie: Landrathsamtsbezirk Schleiz
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2558659
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2560806
122 Trrscnnnndnr. ÜNTEBLELINITZ. Lobenstein. 24 
Bogenstück vertheilt sind. Auf dem oberen Bogengiebel ruht noch ein grosser Auf- 
satz, rechteckig, mit einem gebrochenen Bogengiebel bekrönt, an welchem auf den 
Ecken Engel lagern, in der Mitte aber ein Cruciiix aufgerichtet ist. 
In diesen, zwar im Einzelnen anfechtbaren, im Ganzen aber höchst wirksamen, 
aus Holz hergestellten, farbigen Kanzelbau sind noch hölzerne Figuren aus älterer 
Zeit, und zwar ganz geschickt, hineingesetzt. Es sind die 12 Apostel, offenbar von 
einem spatgothischen Altar, von 1521 (Jahreszahl am Sockel der Paulusiigur). Zwei 
Apostel stehen unten zwischen Kanzel und Säule (links Simon, rechts Paulus), zwei 
sind in die Verzierungen der seitlichen Einfassungs-Bretter eingelassen (links wohl 
Lucas, rechts Johannes mit dem Adler), vier stehen seitwärts an den Giebelecken des 
Hauptgebalkes (links Andreas und Jacobus der altere, rechts wohl Marcus und mit 
dem Engel Matthäus), vier in dem oberen Aufsatz in dem rechteckigen, als Schrein 
umrahmten Felde. Die Gestalten sind einfach und würdig, farbig, mit Gold, das bei 
einer mangelhaften Restauration zum Theil durch blosses Gelb ersetzt wurde. 
Lesepult, aus dem 18. Jahrhundert, dem aus dieser Zeit herrührenden Theil 
des Kanzelbaues gleichartig, mit geflügeltem Engelskopf. Holz. 
3 Figuren auf dem Dachboden, Christus und zwei Heilige, um 1500 gefertigt, 
von Holz, 1,60 m hoch, beschädigt; eine der besser erhaltenen, auch schöneren ist 
die eines jugendlichen, gelockten Heiligen, dessen rechter Arm fehlt, der aber dem 
Ausdruck und der Tracht nach auf einen heiligen Stephanus schliessen lasst, durch 
schönen Faltenwurf (nürnberger Art) ausgezeichnet (Abbild. auf vor.  der andere 
ist ein bartiger Heiliger.   
Glocken. 1) 1851.  2) 1883.  3) GEOR. ANDREAS LIMMER GOSS 
MICH IN CRONACH 1653.S  D. (soli deo) GLORIA. Arabeskenfries. 80 cm 
Durchmesser.  Kirchengall. 
Unterlemnitz, 
Nyderlommetz etc.  
3 km nordnordwestlich von Lobenstein; 1411 Lombnitz, 1500 
 Brü c k n er , Landeskunde, S. 742. -A Kirchengall. S. 143 und kleine Ansicht. 
Kirche, ehemals des Petrus und Paulus, Filial von Lobenstein. Der Chor, 
welcher den Thurm trägt, ist innen 4,8 m lang und ebenso breit, das (durch keinen 
Triumphbogen getrennte) Langhaus 9,3 m lang und 6 m breit. An der Nordseite 
des Langhauses zeigt sich ganz unten (wo der Putz losgebröckelt ist) unter den 
beiden Fenstern das Mauerwerk im Aehren- (oder Fischgräteir) Verband, ein Zeichen, 
dass dieser Theil der Anlage noch aus sehr alter Zeit, wohl dem 12. Jahrhundert 
herrührt, ebenso die Chormauern und das kleine, romanische Fenster an der Ostseite. 
Alles Uebrige stammt aus dem 17. und späteren Jahrhunderten, besonders 1790 und 
ist bedeutungslos. Die Decken sind Bach, von Holz (im Langhaus eine sehr niedrige 
mit vertretenden Leisten), die Fenster und Thüren theils flachbogig, theils rundbogig; 
an der Westseite ist ein schlechter Fachwerk-Raum mit Rechteck-Thür vorgebaut. 
Auf dem Chor sitzt gleich der hölzerne Thurm-Oberbau, ein Achteck-Gesehoss mit 
Schweifkuppel B136.  Brüekner a. a. O.  Kirchengall.
        

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