Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Fürstenthum Reuss Jüngerer Linie: Landrathsamtsbezirk Schleiz
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2558659
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2560784
Tmmmunoxr. 
 
Trrscanunonr. Lobenstein. 
des Achtecks vertretende Kanzel, mit Fruchtgehangen an den Kanten und eben- 
solchen Kranzen als Umrahmung der Bilder Christi, Johannis und Mosis an den 
Flächen. Darüber ist die obere Eingangs-Thür eingefasst von zwei Engeln, über 
welchen ein Vorhang den Sturz garnirt; darüber der Schalldeckel. Einige Einfassungs- 
Bretter vollenden den einfachen, aber gefalligen und liebevoll (besonders in den 
Früchten und Blättern gut) ausgeführten Schmuck des Holzbaues, der jedoch im 
Figürlichen misslungen und durch den neueren Kalk-Anstrich (weiss und bunt, mit 
Streben nach Naturalismus) im Eindruck gemindert ist.  Das Relief des Abend- 
mahls ist bei derber Ausführung recht tüchtig und lebendig. Originell ist die Grup- 
pirung, in welcher Christus aus der Mitte gerückt ist; die verschiedenen Bewegungen 
der Apostel sind gut beobachtet, die etwas knorrigen Hände mit besonderer Sorgfalt 
charakterisirt. Die alten Farben sind erhalten, nur Einzelnes (einige Gewänder, der 
Hintergrund) modern überlackirt. 
Crucifix auf dem Altar (neu oder nach einem guten des 18. Jahrhunderts  
sehr schön, von mild-schmerzlichem Ausdruck. Holz, die Figur neu vergoldet. 
22 cm hoch. 
2 Gedenktafeln an den Vorderflächen der Triumphbogen-Pfeiler, für Johann 
Wohlfahrt, 1' 1718; rechteckige, einfache Holzrahmen, darin Gemälde (Orucifix, bezw. 
ein Engel, in Lorbeerkranz-Umrahmung), nicht bedeutend, doch bemerkenswerth wegen 
der Seltenheit schmuckvollerer Gedenktafeln von Dorfbewohnern aus jener Zeit. 
Kelch, aus dem 18. Jahrhundert. Fuss in Sechspass-Form: i); am Knauf 
Würfel mit: IHESVS, dazwischen Eier: U. Silber, vergoldet. 
Glocken. 1) 1677 von Joh. Rose in Volkstäd, mit Angabe der Zerstörung durch 
Feuersbrunst 1676 und Namen. 90 cm Durchmesser.  2) 1827.  Kirchengall, mit den 
Inschriften. 
Titschendorf, 10 km südwestlich von Lobenstein; 1620 durch Ansiedlung evan- 
gelisch gewordener und vertriebener Einwohner Nordhalbens (in Baiern) entstanden.  
Brückner, Landeskunde, S. 776.  Kirchengall. S. 144 und kleine Ansicht.  Meyer, in Jahresber. 
d. vogtländ. alterth. Vereins LII, LIII, S. 13. 
Kirch 8 [an Stelle einer 1626 auf Kosten des Heinrich Posthumus errichteten, 
1638-1645 vergrösserten], 1777 gebaut; der Thurm 1854 neu aufgebaut. Die Kirche 
ist merkwürdiger Weise von Norden nach Süden (statt von Osten nach Westen) 
orientirt, übrigens ein regelmassiger und lichter Bau. Chor und Langhaus bilden 
zusammen ein Rechteck von 13,6 m innerer Lange und 9,5 m Breite mit iiacher Holz- 
decke. Südlich stösst der im Erdgeschoss innen 2,5 m lange und ebenso breite Thurm 
an, nur durch eine Flachbogen-Thür gegen die Kirche geöifnet. Nördlich entspricht dem 
Thurmbau eine ebenfalls schmalere, moderne und schlechte Sacristei. Das Langhaus 
wird an der N ord- und Süd-Seite durch zwei zu den Seiten dieser Anbauten angeordnete, 
an der Ost- und West-Seite durch drei grosse Flachbogen-Fenster erleuchtet; unter dem 
mittleren der Ostseite die rechteckige Eingangs-Thür. Die Emporen ruhen auf Holz-
        

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