Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Fürstenthum Reuss Jüngerer Linie: Verwaltungsbezirk Gera
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2555696
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2557229
51 Gera. GERA, Regierungsgebäude, Waisenhaus, Landhaus, Schloss. 51 
der Einäscherung Gera's zum Gottesdienst in den Jahren 1639-1641. Der Flügel 
brannte 1780 und blieb als Ruine, bis er 1820 abgetragen wurde].  Brückner 
S. 431.  Hahn, S. 757. 972.  Kirchengalerie, Ansicht (neb. d. Stadtans.)  Klotz, S. 82.  
Zopf, Chronik II, S. 121 (zu 1639). 
Ehemaliges Waise nhaus am Brühl, [an der Stelle des 1639 abgebrannten 
Marienhospitals (s. d. S. 41) 1724-1732 errichtet, mit Thurm, einer Glocke von 
1761, von Ulrich;  Harnisch, Chronik, 1780 abgebrannt] 1782 gebaut, Waisen- 
und Zucht-Haus, später Landesarbeits- und Corrections-Haus, dann (nach eigenem 
Bau dieser Anstalten an anderer Stelle 1886) verlassen, von der Kirchgemeinde, 
der es gehört, nun in einzelnen Wohnungen vermiethet, während die in der einen 
Ecke beiindliche, zweigeschossige Kapelle zum Kindergottesdienst benutzt wird. 
Das Innere des ganzen Gebäudes ist durchweg bedeutungslos. Das Aeussere er- 
scheint bis zu einem gewissen Grade stattlich, nach allen Seiten freistehend, mit 
fast zu ebener Erde liegendem Untergeschoss (hier einst die Gefängniss-Zellen), 
hohem Erdgeschoss und zwei Obergeschossen. Am besten wirkt es von der 
Heinrichstrasse her. Die dorthin gerichtete Front zeigt eine rechts und links ge- 
wunden ansteigende Freitreppe und etwas verzierte Theilungs-Pilaster der Geschosse; 
einige Verzierung auch an der mit Rundbogen-Giebel bekrönten Eingangs-Thür 
und über den Mittelfenstern; über dem obersten Geschoss in der Mitte eine 
Mansarde mit Dreieck-Giebel. Die Front nach dem Waisenhausplatz, mit gerader 
Freitreppe in der Mitte zu der mit Flachbogen-Giebel überdeckten Eingangs-Thür. 
Die um der Kapelle willen in drei Seiten gebrochene Front nach der Bachgasse 
und diejenige nach dem Brühl sind ganz schlicht. Auf der Mitte des Daches ein 
kleiner Dachreiter, als achteckiger Arcaden-Aufsatz mit Kuppel, Kehlung, runder 
Kuppel und Helmspitze.  Brückner, s. 431. 433.  Hahn, s. 732440. 972.  
Kjrchengalerie, S. 54 f. mit Ans. (neb. d. Stadtans.).  Klotz, Gera, S. 90. 
La I1 d h a U S , Schlossstrasse Nr. 20, 1784 gebaut, gehörte Herrn von Flans, 1828 
dem Prinzen, späteren Fürsten Heinrich LXVIL, seit 1837 dein Staate, diente als 
Landrathsamt, jetzt als Amts- und Landgericht. Nichts von Bedeutung.  
Brückner, S. 431.  Hahn, S. 1061.  Kirchengalerie, Ans. (neb. d. Stadtans). 
[SGhl0SS, altes, der Herren von Gera, an der Südwest-Ecke der alten 
Stadt, zwischen Johannisplatz, Häselburg und dem Mühlgraben eingefasst; der 
Bauplatz jetzt durch Strassen-Aenderungen, besonders die. diagonal durchschneidende 
Harboustrasse unkenntlich gemacht. Es ward, vielleicht zunächst sorbische Anlage, 
wohl zum Schutze des sich zur Stadt entwickelnden Ortes, also zu Anfang des 
13. Jahrhunderts, ausgebaut. 1234 wurde seine Kapelle von der Pfarrkirche in 
Gera ausgeschieden. Seit dem 14. Jahrhundert wird das Schloss häufig in den 
Urkunden der Vögte von Gera genannt, ist aber früher vielfach mit dem Oster- 
stein verwechselt worden. 
Es war eine rechteckige, diagonal gegen die Himmelsrichtungen orientirte 
Wasserburg. 1450 zum Theil zerstört, verfiel es einer Annahme nach allmählich, 
da die Burg Osterstein von den Herren von Gera zum Bewohnen vorgezogen 
wurde. 1530 wurde es, mit einem runden Thurm und Mauern als zerbrochen 
434
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.