Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt: Oberherrschaft
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2548137
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2550852
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GRIESHEIM. 
Stadtilm. 
Stoltz (Vaters des Vorigen), 1' 1708  verheirathet gewesen mit Margarethe Dil- 
liger; wie der vorige. 
An der Nordost-Seite des Ghores Grabstein der Gemahlin des Pfarrers Georg 
Stoltz, 1' 1718, daneben Grabstein der Frau des Joh. Matthäus Stoltz, beide 
Frauen in Zeittracht dargestellt, erstere ein Buch in der Rechten, in der Linken 
ein Tuch haltend. 
Die vier Grabsteine der Ost- und Nordost-Seite sind in schönem, wohl in see- 
berger Sandstein sorgfältig gemeisselt, die Gesichter ganz individuell, am besten 
das des Johann Matth. Stoltz (mit leider verstümmelter Nase), mit feinen Zügen 
des scharfgeschnittenen Mundes, das der Frau von Georg Stoltz mit Runzeln auf 
dem sonst noch jugendlichen Gesicht. Am wenigsten gut ist der Grabstein der 
Frau von Joh. Matth. Stoltz. Die Körper Aller sind conventioneller und plumper 
behandelt; immerhin interessant aber auch der Vergleich bezüglich der ver- 
schiedenen Haartrachten, des Schnittes der Frauen-Aermel etc., und das Emble- 
matische (z. B. u. A. das Schreibgeräth bei dem einen Mann, Trauben und Vögel 
bei der einen Frau). 
Sigismund I, S. 215; II, S. 81. 
Grabsteine an der Ghor-Südost-Seite, für Kinder des Pfarrers Joh. Matth. 
Stoltz  Auf dem linken, für Christian August Stoltz, 5 Jahre alt i 1724, und 
Charlotte Ernestine, 1 Jahr alt 1' 1724, kniet das Mädchen, mit einem Rosenstrauch 
in der Hand, von vorn gesehen, der Bruder hält mit der Linken die Hand der 
Schwester, mit der Rechten eine Krone über ihrem Haupt; über ihnen zwei Engel 
mit Tuch, darauf die Inschrift. 
Auf dem rechten, für Christ. Gottfr. Stoltz, 9 Jahre alt T 1727, und Charlotte 
Henriette, 5 Jahre alt i- 1727, kniet das kleine Mädchen und steht der Bruder 
ebenso, nur dass die Schwester mit der Rechten auf einen neben ihr befindlichen 
Inschrift-Schild zeigt und der Bruder die Rechte zu der von Engeln gehaltenen, 
von der Sonne beschienenen Krone erhebt. 
Leider sind die Nasen verstümmelt. Die Reliefs sind auffallend hoch (fast ganz 
hervortretend) gemeisselt. Eigenthümlich ist das Modische der Auffassung (der 
Bruder erscheint schon, wie ein kleiner Stutzer, mit einem Rock, der grosse Auf- 
schlag-Aermel, Seitentaschen etc. hat, den Hut im Arm) und dazu die theils 
liebevolle, theils emphatische Stellung der Kinder, überhaupt die Verbindung des 
Genrehaften mit dem Idealismus.  
Grabstein an der Chor-Nordseite, Inschrift für Heinr. Christ. und Christian Joh. 
Friedn, Söhne des Pf. Fischer, 1' 1746, mit Emblemen etc, schlecht. 
Grabstein an der nördlichen Langhaus-Ostseite, für Pf. Jacob Heim: Fischer, 1' 1763, 
mit Gesims etc, etwas grösser und besser. 
Grabsteine an der Ghor-Südseite, klein, links für Johanna Eleon. Kath. Kreut, geb. 
Stiede, 1' 1734, rechts (verwittert) für einen auf der Reise zu Griesheim Gestorbenen, 1' 1720, 
mit Inschriften, Sinnbildern und allegorischen Figuren, unbedeutend. 
Taufkanne, mit: H. M .O.1b'80 und gravirter Tulpe. Zinn. 
Kelch. Am Sechspass-Fuss Umschrift: 
SACRILEGAE CALICEM POSTQVAM RAPVERE PRIOREM 
HVNC VIDVA A GRISHEIM NOBILIS IPSA DEDIT
        

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