Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha: Landrathsamt Coburg
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2538457
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2540550
OTTOWIND. 
Rodach. 
4,7 m breit, spätgothisch, mit einem Gewölbe von kantig: k_) profilirten Rippen 
mit rundem Schlussstein; an der Südseite ein mit Abstufung und Schräge pro- 
filirtes Spitzbogen-Fenster; ferner ein später flachbogig gemachtes Fenster, 
an dessen vortretendem Schlussstein der Namenszug des Herzogs Josias steht. 
Ueber dem Chor hat der Thurm noch aus alter Zeit ein Geschoss mit Lichtspalten 
an der Nord-, Ost- und Süd-Seite, darauf ein Gesims. Im Uebrigen ist die Kirche 
Bau von 1753. Auf dem alten Gesims des Thurmes erhebt sich ein Geschoss mit 
rechteckigen Fenstern, auf einem Gesims ein Geschoss mit grösseren, tlachbogigen 
Fenstern, deren Schlusssteine vortreten (am südlichen: 1753), und Gesims; darauf 
eine achteckige Schweifkuppel (an ihr unten an der Südseite die Jahreszahl: 1753 
gemalt) und Helmspitze. Die ebenfalls wie das Langhaus in der 2. Hälfte des 
18. Jahrhunderts gebaute Sacristei nördlich vom Chor hat eine geputzte Flachdecke 
und an der Nord- und Ost-Seite rechteckige Fenster mit geschrägten Profilen. 
Das durch einen rundbogigen Triumphbogen vom Chor getrennte Langhaus ist 
12,1 m lang und 6,6 m breit, hat eine geputzte Flachdecke mit einigen Schnörkeln 
und Verzierungen aus Stuck als Einfassungen um eine in der Mitte befindliche 
Strahlensonne und um vier Eckschilder mit Wappenschildern, welche wechselseitig 
den Rautenkranz und die verschlungenen Namensbuchstaben: E .J  nebst Angabe 
der Zeit dieser Ausführung: 1767 unter der Krone enthalten. Zwei Geschosse 
Emporen ruhen auf Holzsaulen; das oberste ist auch an der Ostseite herumgeführt, 
hier mit den verschlungenen Buchstaben wohl des Patron-Paares: CPJ W bezw.: 
AUF nebst: 1784; darüber, am östlichen Ende der Decke, in Stuck wohl die 
Namen der Meister:  I.H.G.W. Das Innere ist meist weiss gemalt, 
mit etwas Blau und Grau an den Emporen, heraldischen Farben an den Wappen- 
schildern der Decke. An der Nord-, Süd- und West-Seite sind liachbogige Fenster 
mit vortretendem Schlussstein angeordnet; an der West- und Süd-Seite je eine 
liachbogige, in der Aussenlinie des Bogens an den Ecken wagerechte: fl- 
Thür, die der Südseite reicher, noch mit Ohren und Fascien versehen und mit 
einem Aufsatz, welcher seitlich eingebogen, von einem Gesims überdeckt ist, so 
dass ein Fries entsteht; dieser ist mit Rankenwerk gemeisselt, eine in der Mitte 
des Aufsatzes vortretende Console mit einer Muschel, Voluten und der Jahreszahl: 
1767.  Lind ner, Ans, im Rathh. zu Coburg. 
Kanzel am südlichen Triumphbogen-Pfeiler, aus der 2. Hälfte des 18. Jahr- 
hunderts, auf einer ionischen Mittelsaule, im halben Achteck gebildet, mit Flachen- 
Umrahmungen im Roccocostil; Holz, weiss mit Blau und Gold. 
Weinkanne, mit Inschrift: J. G. Griebel, A.B. Griebelm 1786, von hübscher 
Form, auf drei Tatzenfüssen, schlank, mit Einziehung oben schmaler werdend, mit 
Henkel und Deckel. Zinn. 
2 Kelche, von denselben:  und: A.B.G.1786; runder Fuss mit 
Perlstab am Rand; Knauf mit drei kugeligen Gliedern zwischen Einziehungen. 
Zinn; 20 cm hoch. 
Hostienbüchse, von der gleichen Stifterin: A.B.G.1786, oval, auf drei 
Füssen, mit geraden Rippen an der Büchse selbst, mit gewundenen am Deckel. 
Zinn; Zeichen  G. über dem Engel). 
Glocken. 1) Krone mit Schuppen-Verzierung; AVS DEM FEVR BIN ICH 
GEFLOSN HERMAN KONNIGK VON ERFFVRT HAT MICH GEGOSSEN;
        

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