Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha: Landrathsamt Coburg
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2538457
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2544204
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Coburg. Conune, Die Friedhöfe. 
327 
Der alte Judenfriedhof lag im 14. Jahrhundert vor dem Judenthor. Im Jahre 
1413 befreite Wilhelm der Reiche eine Hofstätte bei dem neuen Thor „bynnen an 
der nuvven Muren". Der Platz lag in der Nähe der Walknlühle, am Ufer des 
Hahnflusses, wie Knoehen- und Schädelfunde erwiesen haben. 
Pfarrer 
Berbig. 
Der S alvator-Kirchhof wurde 1494 eingerichtet. Die Geschichtlichen 
Nachrichten siehe vorn in dem Abschnitt "Geschichte der Stadt" von Oberschul- 
rath Dr. Riemann, S. 166.  Gruner  S. 104.  Hönn I, S. 201.  Karche I, 
S. 130.  Wittmann, Coburg, S. 29. 
Die Salvatorkirche f) liegt so, dass ihre Westmauer einen Theil der westlichen 
Kirchhofs-Mauer ersetzt. An die Eingangsfront der Kirche schliesst sich eine 
Halle aus den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts an, deren flachbogig ausge- 
nischte Rückwand also ebenfalls einen Theil der Kirchhofs-Mauer bildet. Nach 
dem Inneren des Friedhofs zu ist die Halle durch je einen grossen profilirten 
Flachbogen auf canellirten Pfeilern geöffnet, am Schlussstein des einen Bogens mit 
einem Kelch verziert, nach Norden mit einer steinernen umrahmten Brüstung ab- 
geschlossen. Eiufassende ionische Pilaster mit kräftigen Profilen, auf hohen, mit 
Beschlagmustern versehenen Postamenten, tragen das stark ausladende Zahnschnitt- 
Gebälk. (Siehe die Abbildung bei der Beschreibung der Salvatorldrche S. 321.) 
Das Dach der "Halle trägt unten eine ehemals bunt bemalte Leistendecke. Sie 
ist in recht guten Verhältnissen aufgeführt. Hart an der Westseite der Halle 
liegt der Haupteingang zum Kirchhof. (Siehe die Abbildung auf S. 167 in 
dem Abschnitte: Geschichte der Stadt.) Es ist ein schönes, grosses Rund- 
bogen-Portal mit starken Diamantquadern an Pfeilern und Bogen und mit 
Rosetten an der Bogen-Unterseite; darauf ein wagerechtes, im Fries verziertes 
Gebälk. In den so entstehenden Zwickeln sind Wappen (links der Rautenkranz, 
rechts zwei Löwen) in dreiseitigen Cartouchen-Umrahmungen. Auf dem Gebälk 
steht ein Flfwhbßgen-Giebel, bekrönt von der Figur des stehenden Christus, der die 
Rechte segnend erhoben, in der Linken das Kreuz hält. Der rechte Arm ist neu aus 
Blech.  Nördlich von diesem Portal ist eine Arcadenreihe aus ehemals circa acht 
Bogen der vorher erwähnten entsprechend aufgeführt. 1901 sind vier von diesen 
Bogen abgebfüßhell, um darauf die neue Alexandrinenschule zu errichten. An der 
Nordfront ihrer Brüstung steht: IB, sowie B zwischen 17-30.  An der Nordseite 
des Kirchhofes zog sich ebenfalls eine lange Arcadenreihe aus ehemals sieben Boge11- 
Stellungen nebeneinander hin. 1901 sind diese sieben Bögen abgebrochen. Nur 
zwei sind erhalten, aber Circa 3 m höher gerückt und dienen jetzt als Verbindung 
der neuen Schule und ihrer 'l'urnhalle. Ihre ehemalige, die Kirchhofs-Mauer 
bildende Hinterwand war flachbogig ausgenischt. Die vorderen, offenen Bögen 
zeigten an den Schlusssteinen Consolen mit verschiedenen Wappen und Abzeichen; 
die Wände waren mit Arabesken, die Bögen an den Unterseiten mit Beschlag- 
mustern bemalt, wovon Reste noch beim Abbruch vorhanden waren. Die Bogen- 
Stellungen waren durch ionische, canellirte Pilaster getrennt. Im Fries dieses Theils 
liess sich die Angabe erkennen: Monumentmn Hagel Gans    anum. (Ein Raths- 
Dr. Lehfeldt. 
Manuscript von Prof. 
 Nach dem
        

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