Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha: Landrathsamt Coburg
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2538457
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2542313
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1 
Ehrenburg. 
Coburg. 
Abbildung 
aus der Zeit der deutschen Renaissance in Thüringen. Siehe die Abbildung auf 
der nebenstehenden Seite. 
Dieses einheitliche Bild verändert sich, sobald wir von der Steingasse aus 
durch den breiten, hochgewölbten Thorweg wieder zurück in den geschlossenen 
Hof treten: Gerade gegenüber die hohe, im gothischen Stil des 19. Jahrhunderts 
ausgeführte Fassade des Mittelbaues, rechts, an der Seite des Marstalls, die im 
reichen Stil der Spätrenaissance im Jahre 1625 erbauten Bogenstellungen der 
ehemals offenen „Altane" und der dicht davor stehende offene Brunnen aus der 
Zeit des 17. Jahrhunderts. Links, an der Seite der Rückertstrasse, die alte Hof- 
front und der gewaltige, runde Treppenthurm, die beide der ersten Bauzeit von 
1543-49 angehören. Um Aufklärung über die Entstehung dieser verschiedenen, 
im Verlaufe von vier Jahrhunderten entstandenen architektonischen Schöpfungen 
zu erlangen, ist es erforderlich, zunächst nach den historischen Quellen für die 
Geschichte des Schlossbaues Umschau zu halten. Die archivalisclien Nachrichten 
geben nur geringen Aufschluss. Daher sind hier vor allen Dingen die älteren Ab- 
bildungen der Ehrenburg ins Auge zu fassen. 
Die Hauptquellen für unsere Kenntniss des früheren Zustandes der Ehrenburg 
sind folgende drei Blätter: 
1) Die grosse Ansicht der Stadt Coburg, Kupferstich von Peter Y sselburg, 
nach der Zeichnung von Wolf Birkner (Pirkner), aus dem Jahre 1626. Siehe den 
Ausschnitt, welcher die Dächer der Ehrenburg darstellt, auf S. 201. 
2) Der Grundriss, gezeichnet von dem fürstlichen Baumeister J ustinus 
Biler in Saalfeld, aus dem Jahre 1679. Der Grundriss befindet sich auf der 
Veste Coburgi") in dem handschriftlichen Bande: Justinus Biler, Grundrisse 
herrschaftlicher Schlösser (Ehrenburg, Heldburg, Saalfeld u. a.) 1672-97. 
Durch diesen Grundriss wird zum ersten Male Genaueres bekannt über den 
Zustandes 
Ehrenburg 
Zustand, in welchem sich die Ehrenburg 11 Jahre vor dem grossen Brande des 
Jahres 1690 befand. In der Geschichte der Ehrenburg bedeutet das Jahr 1679 
einen wichtigen Abschnitt. Herzog Albrecht war damals bei der grossen Länder- 
theilung zum selbständigen Herzog von Coburg geworden. Seit 50 Jahren war die 
Ehrenburg nicht mehr die Residenz der Landesherren gewesen. Das seit den 
Plünderungen des 30-jährigen Krieges verwahrloste Schloss hatte wieder einen 
Herrn erhalten und Herzog Albrecht liess durch seinen Baumeisters Biler die 
damals vorhandenen Bauten der Ehrenburg aufzeichnen, um darin seinen glänzenden 
Hofhalt einzurichten. Derselbe Biler war es, der nach dem Brande des Jahres 
1690 den Wiederherstellungsbau des Schlosses im Auftrage des Herzogs zu leiten 
hatte. Dass Biler auch der Schöpfer der künstlerischen Entwürfe für den sehr 
ausgedehnten Wiederherstellungsbau gewesen, ist nicht wahrscheinlich. Die Zeich- 
nungen des Bandes auf der Veste sind sehr roh und lassen nicht auf die Hand eines 
Künstlers schliessen. Wahrscheinlich ist es, dass auch schon in den 11 Jahren vor 
dem Brande mancherlei Umbauten oder Neubauten an der Ehrenburg stattgefunden 
haben. Doch sind aus dieser Zeit weder Nachrichten noch Zeichnungen vorhanden, 
die darüber Aufschluss geben. Nach Biler's Zeichnung ist die verkleinerte Ab- 
 Den Hinweis auf dieses wichtige Dokument zur Baugeschichte der Ehrenburg verdanke ich Herrn 
Oberschulrath Dr. Riemann. Siehe die historische Einleitung.
        

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