Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha: Landrathsamt Coburg
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2538457
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2542308
45 Coburg. OOBURG, Die Ehrenburg. 
 
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fürstliche Wohnung indess schon 1547 bezogen. Kaiser Karl V. schenkte, als er 
sich in Coburg aufhielt, dem Schlossbau seinen Beifall; auf den Kaiser soll der 
Name „Ehrenburg" zurückzuführen sein, der damit in Zusammenhang gebracht 
wird, dass Untertlianen zu keinerlei Frohndiensten herangezogen waren. 
Einen ferneren Abschnitt in der Baugeschichte der Ehrenburg bezeichnet die 
Regierungszeit Herzog Johann Casimirs, der 1626 durch den Baumeister 
Bonallin o einen Erweiterungsbau aufführen und als dessen vornehmlichste Zierde 
die „Horn stube", nach dem Marstall hin, errichten liess. 
Unter Herzog Albrecht brach am 9. März 1690, am Sonntag Invocavit, 
„frühe Morgens vor 3 Uhr" eine grosse Feuersbrunst aus, die den grössten Theil 
der Residenz, auch die Schlosskapelle, in Asche legte; nur die Hornstube und 
der auf Johann Ernst zurückgehende Bau nach der Steingasse blieben verschont. 
Der Wiederaufbau wurde sofort in Angriff genommen; 1693 konnte das Schloss 
wieder bewohnt werden. Die neue Hof kirche, deren Grundstein Herzog Albrecht 
legte, erfuhr ihre Vollendung erst 1738, unter Herzog Franz J osias. 
Endlich liess vom zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts an Herzog Ernst I. 
die Ehrenburg in der Form ausbauen, die ihr gegenwärtig eigen ist. 
Akten des herzogl. Haus- und Staatsarchivs in Coburg.  Genssler, Die herzogliche Hof- 
kirche zur Ehrenburg in Coburg, 1838.  Grun er, Hist-statist. Beschreibung d. F ürstenth. Coburg, 
1783, S. 127-128.  Hönn, S-Coburgische Historia, 1700, 1. Buch, S. 225 ff., 2. Buch, S. 158.  
K arche, Jahrbuch der H erzogl. S. Residenzstadt und des Herzogth. Coburg, 3. Bd., 1853, S. 395. 
425-426.  Müller, Des Chur- u. Fürstl. Hauses Sachsen Annales, 1701, S. 99. -v. Schult es , 
 Landesgeschichte unter der Regierung des Kur- und Fürstl. Hauses Sachsen, 1. Abth. 
1818, S. 37-38. 104. 171-172.  Urkundenbuch zu v. Schultes' Cob. Landesgeschichte d. Mittel- 
alters, 1814, S. 120-121.  v. Zehmen, Die Veste Coburg, 1856, S. 35-36. 114-116. 
 Dr. K ri e g- Coburg. 
Das Aeussere der Ehrenburg. Wer die Ehrenburg von dem jetzigen 
Haupteingang am Schlossplatz betritt, empfängt den Eindruck eines regelmässigen, 
im gothischen Stil des 19. Jahrhunderts erbauten Palastes.  Doch die reichen, 
gothischen Formen sind nur eine rein äusserliche Decoration, mit welcher die 
Mauern der alten Schlossbauten aus den Zeiten der Renaissance und des Barock- 
stils seit dem Jahre 1816 durch den grossen Erneuerungsbau des 19. Jahrhunderts 
bekleidet sind. Wenn man weiter schreitet, hinweg über den offenen Schlosshof 
und durch die hochgewölbte Durchfahrt des Mittelbaues, so gelangt man auf den 
nach allen vier Seiten geschlossenen Hof an der Steingasse. Hier hat man die 
älteren, vortrefflich erhaltenen Theile der Ehrenburg aus dem 16. und 17. Jahr- 
hundert vor Augen. An der Steingasse liegt das alte Hauptthor der El1ren- 
burg. Die ursprüngliche Hauptfront der ganzen Ehrenburg war der Schlossiiügel 
an der Steingasse. Auch der grösste Theil der daran stossenden Schloss-Fassade 
an der Rückertstrasse ist zum Theil unverändert aus der ersten Bauzeit erhalten. 
Der Glanzpunkt dieses oft gemalten architektonischen Gesammtbildes ist die 
Ecke des Schlosses mit dem schönen Erker mit den Karyatiden und der ge- 
schweiften Kuppel. Die ältesten Flügel der Ehrenburg an der Steingasse und an 
der Rückertstrasse sind eine einheitliche Schöpfung aus der Bauzeit der Jahre 
1543-49. Dieser Theil des Schlosses gehört zu den fesselndsten Architekturbilrlern
        

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