Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha: Landrathsamt Coburg
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2538457
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2541976
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COBURG, Geschichtliche Einleitung. Coburg. 14 
 
Ut Roma Augusti splendescere tempore coepit 
Pro latere insigni marmore supposito, 
Sie mmc Johannis Cdsimird tempore vwstra 
Urbs haec magnißca kac nobilitata domo. 
Augusto noster Dux sät felicior ipso, 
Hau-c habitentque domum jüstitia atque fides. 
(Gleich wie Rom zu Augustus' Zeit zu glänzen begonnen, 
Als durch des Marmors Pracht wurde der Ziegel ersetzt, 
S0 ward unsere Stadt zur Zeit Johann Kasimirens 
Schön und herrlich geschmückt durch diesen prächtigen Bau. 
Mög' unser Herzog selbst noch glücklicher sein als Augustus, 
Mögen Treue und Recht immer bewohnen dies Haus.) 
Gleichzeitig mit jenem grossartigen Gebäude liess der Herzog für seine Eltern 
durch den aus Pössneck gebürtigen, geschickten Bildhauer Nikolaus Bergner 
das prächtige Epitaphium hinter dem Altare der Morizkirche errichten, das 
noch jetzt deren Hauptzierde ausmacht. Sein Vater war 1595 nach fast 28jähriger 
Gefangenschaft in der Stadt Steyer gestorben, wohin man ihn kurz vorher wegen 
eines drohenden Türkeneinfalles von Wiener Neustadt gebracht hatte; seine Mutter 
Elisabeth, eine geborene Pfalzgraün bei Rhein, im Jahre vorher, nachdem sie mit 
rührender Treue das traurige Schicksal ihres Gatten bis zu ihrem Ende getheilt. 
1602 wurde das Gymnasium Casimirianum begonnen, das bald nach 
seiner Einweihung 1605 eine von weither besuchte Gelehrtenschule werden sollte. 
Es ist bis zur Gegenwart die Pfianzstätte wissenschaftlicher Bildung in unserem 
Lande geblieben und erhält darum mehr als irgend eine andere Schöpfung des 
Herzogs heute noch sein Andenken in Coburg lebendig. 
Im Jahre 1605 richtete Kasimir sein Augenmerk auf die Verschönerung des 
Friedhofs östlich vom Ketschenthor, der 1494 eingerichtet worden war, nachdem 
der Kirchhof bei St. Moriz wohl wegen der Enge des Raumes als Begräbnissstätte 
zu dienen aufgehört hatte. Er ordnete den Bau kunstvoller und mit Malerei ge- 
zierter Bogengänge für Familiengrüfte zu beiden Seiten des schönen, mit der 
Gestalt des Erlösers gekrönten Eingangsthores an, das vermuthlich ebenfalls in 
dieser Zeit entstand. Diese Bogenreihen, deren Reste das jetzt lebende Geschlecht 
nur noch in ihrem Verfall gesehen hat, müssen einst in ihren edlen Renaissance- 
formen einen äusserst vornehmen Anblick gewährt haben. Leider bestand die 
Anlage nicht lange unversehrt. Die rechts vom Friedhofsthor sich hinziehenden 
Gruftbogen mussten noch im 17. Jahrhundert dem Bau der Salvatorkirche weichen 
mit Ausnahme des ersten, der in den Emporenaufgang der Kirche einbezogen ist; 
die linken standen, in ihrem ruinenhaften Zustand höchst malerisch, bis zum Anfang 
des 20. Jahrhunderts und stehen, freilich modernisirt und ohne den alten Farben- 
glanz, zum Theil noch, so weit sie bei dem Bau der Alexandrinenschule, die 1901 
auf dem nördlichen Theil des Friedhofs errichtet worden ist, erhalten werden 
konnten. 
Sodann liess Kasimir 1606 den Bau der Stahlhütte folgen, eines Hauses 
für Schiessübungen, bei denen der Schütze eine mit stählernem Bogen versehene 
Armbrust Imndhabte, und für die Lustbarkeiten, die mit den Schiessfesten ver-
        

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