Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha: Landrathsamt Coburg
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2538457
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2541932
164 
C0131 
um, Geschichtliche Einleitung. 
Coburg. 
Schenkungen an das Kloster und die Altäre der Kirchen kund. Die Morizkirche be- 
sass ausser dem Propst 14 Messpriester, die Heilige Kreuzkirche neben dem Pfarrer 
deren 7; und all diesen Klerikern reihten sich noch die zahlreichen Mönche des 
Barfüsserklosters an. 
Um so bemerkenswerther ist es, dass der Rath schon 1518 einen Prediger 
berief, der in Wittenberg Luthers eifriger Anhänger geworden war, nämlich 
Balthasar Düring aus Königsberg i. Fr. Er wirkte eifrig bis zu seinem 1529 er- 
folgten Tode für die neue Lehre, und so kam es, dass die Stadt schon früher als 
eine andere in dem Ortsland sich der Reformation zuwandte und dass sie bereits 
vor der grossen sächsischen Kirchenvisitation, die hier 1529 die Verhältnisse der 
neuen Kirche zu ordnen hatte, eine vom Rath eingeführte evangelische Kirchen- 
ordnung besass. Mit besonderer Freude mag man den Besuch des grossen 
Reform ators selbst begrüsst haben, als er am 16. April 1530 im Gefolge des 
Kurfürsten Johann, der zum Reichstage nach Augsburg reiste, nach Coburg kam 
und schon am nächsten Tag, der der Ostersonntag war, die Kanzel der Morizkirche 
bestieg. Einige Tage danach bezog er sein Asyl auf der Veste, wo er bekanntlich 
bis zum Herbst 1530 verweilte. 
War Stadt und Piiege Coburg, seitdem sie dem sächsischen Hause zugehörten, 
nur gelegentlich, wenn in den letzten Jahrzehnten auch öfter, von den Landes- 
fürsten besucht worden, so änderte sich dies, als der Kurfürst J ohann Friedrich 
der Grossmüthige seinem Stiefbruder Johann Ernst, der 1521 auf der Veste 
das Licht der Welt erblickt hatte, 1541 das Ortsland in Franken als eine eigenfe 
Herrschaft überliess. Zunächst nahm dieser, wie die früheren Statthalter, seinen 
Wohnsitz auf der Burg. Nachdem er sich aber in den Jahren 1545-49 an der 
Stelle des aufgehobenen Barfüsserklosters ein modernes Schloss in Renaissancestil 
erbaut hatte, das von Kaiser Karl V. bei seinem Durchzug durch Coburg im Juli 
1547, bei der Rückkehr aus dem schmalkaldisclien Krieg, den Namen Ehrenburg 
erhalten haben soll, verlegte er seine Residenz in die Stadt selbst, und so 
wurde diese zum ersten Male der Sitz eines herzoglichen Hofes. 
Besonderen Glanz scheint Johann Ernst indess nicht entfaltet zu haben, viel- 
mehr wird sein Haushalt als sehr einfach geschildert, und das Hofpersonal war 
auf die möglich geringste Zahl eingeschränkt. Indess wurde als der höchste 
Gerichtshof des Landes das Hof gericht, das schon einmal im 15. Jahrhundert. 
wenn auch wohl nur vorübergehend, hier bestanden hatte, wiederhergestellt. Der 
Herzog besetzte es mit einem adeligen Hofrichter und 10 ritterbürtigen Beisitzern, 
die sich von ihren Rittersitzen dreimal im Jahre zu den ordentlichen Gerichtstagen 
in der Stadt. einzutinden hatten, und übertrug die laufenden Geschäfte einem Hof- 
gerichtsschreiber. Allzu umfangreich mag demnach die Thätigkeit dieses Areopags 
nicht gewesen sein. 
Als seinen Hofprediger gewann Johann Ernst u. a. den treuen Gehilfen Luthers 
J ustus J onas. Er starb einige Jahre nach dem Herzog als Superintendent zu 
Eisfeld. 
Auch eine Apotheke, die jetzige Hofapotheke, wurde in einem früher klöster- 
lichen Gebäude am Markt eingerichtet. Eine interessante Porträtmünze ihres ersten 
Besitzers, Namens Cyriacus Schmaus, ist noch erhalten. Uebrigens hatte der Rath 
von Coburg schon 1529 den Doctor Adam Reutter auf 5 Jahre zu einem Medicus
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.