Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha: Landrathsamtsbezirk Ohrdruf
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2535539
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2536632
GEQRGENT 
Ohrdruf. 
Elisabeth. I111 Jahre 1525 von den Bauern geplündert, von den Mönchen auf- 
gegeben, verfielen Kirche und Abtei, deren Steine vielfach zu Bauten benutzt 
wurden (besonders zum Neubau des Amtshauses 1700). 
Literatur s. auch bei Ortsgesch.  Baethcke, Grundn, im Verlag des Fremdencomite in 
Georgenthal.  Beck, S. 217. 239.  Eberhard, in Preuss. Zeitschr. f. Bauwesen 1852, S. 538 
u. Ans. dreier Säulen T. 83;  in Leipziger Illustr. Zeitung 1853, 15. .Tan., Nr. 498, mit Abbildungen. 
 Kugler, Gesch. d. Bank. II, S. 401.  Lotz, Kunsttopogr. I, S. 237.  Otte, Handb. d. kirchl. 
Kunstarchäol. II, 1885, S. 175 f.  Stark, S. 305 f.; 307-312 genaue Beschreibung des 1852 auf- 
gegrabenen Nordbaues mit Grundr. desselben T. 1; Ans. d. Säulen im Ostsaal T. 2A. O, 3D; im 
Westsaal T. 2B. E, von G. Eberhard.  Storch.  Trinius.  Williams, Phot. Nr. 644. 645. 
Der Altar im Hauptchor ist als etwa 50 cm über den Erdboden ragender, 
mächtiger Steinwürfel erhalten.  Auf ihn ist ein ehemaliger Grabstein, welcher 
nur einen Abtstab in Relief enthält, gelegt; derselbe ist später, um als Mühlstein 
zu dienen, im Umriss rund gehauen und in der Mitte mit einem viereckigen Loch 
für die Welle versehen, noch später in vier Theile gespalten. Vor dem Hochaltar 
innerhalb des einstigen östlichen Vierungs-Bogens ist ein steinerner Sarkophag 
(der Deckel liegt daneben) aus dem 12. Jahrhundert freigelegt worden, welcher 
noch nach urthümlicher Weise aus einem Steinblock, aussen als nach den Füssen 
(nach Westen) zu schmaler werdender Trog, innen mit ungefährer Aussparung des 
Kopfes gehauen ist. 
Grabstein im Südschiff der West-Vorhalle, westlich vom Fundort aufgestellt. 
Inschrift in Zügen des 14. Jahrhunderts, doch mit sichtlicher Anlehnung an altere 
Schrift (es finden sich gothische und römische Zeichen darauf; vgl. Grabsteine in Rein- 
hardsbrunn, Bd. Waltershausen, S. 22): [HILDEQIGARDISQDE LENGGSUGLT--, 
dann ein Zeichen für: et, GBERHARDVS-MILES (IIARITVS-EIVS, wonach also 
die Hildegard von Lengesfeld zuerst und der Ritter Eberhard, ihr Gatte, nach ihr 
gestorben ist. Die Untersuchung des Grabes durch Pf. Baethcke hat dies auch 
bestätigt. 
Platte inmitten des Mittelschiffes (über einer Gruft, in welcher zwei Skelette 
gefunden wurden), 1895 hingelegt, mit lateinischer Inschrift in gothischen grossen 
Buchstaben zu Ehren des Klosterstifters, Grafen Sizzo von Kävernburg, und seiner 
Gattin, von den Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sonders- 
hausen gestiftet (In memoriam comitis Sizzonis III de Kevernberc qvi fvndavit 
monasterivrn in valle Sancti Georgii medio secvlo XII et vxoris); Erzguss (in Lauch- 
hammer gegossen). 
[Grabstätten der Stifter hier gewesen, schon 1285 erwähnt.  Beck, s. 217. 
 (Otte) s. 473.] 
[2 Gemälde, vielleicht aus dem Kloster stammend, nach Gotha' in das 
Museum gekommen; s. Bd. Gotha, S. 95 f.] 
[Glocke, von hier nach Nauendorf gekommen, s. dort] 
Säulen-Stück im Garten der Frau Rechtsanwalt Hoffmann, von einer der 
Säulen des Capitelsaales des Klosters (s. oben), Schaftstüek mit dazu gehöriger 
Eckblatt-Basis und Plinthe (Sockelstufe), umgedreht, als Gartentisch dienend. 
Brunnenschale im Garten der Familie Mayer, wurde auf dem Platz süd- 
lich von der Kirchenruine, also inmitten des ehemaligen Klosterhofes gefunden 
und diente eine Zeitlang im Schloss als Brunnen. Es ist ein romanisches, grosses,
        

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