Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha: Landrathsamtsbezirk Ohrdruf
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2535539
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2537570
WEGHMAR. 
Ohrd ruf. 
zum Südwest-Saal, zwei zum Nordwest-Flügel gehörig, ebenso an der Nordfront 
vier zum gleichen Bautheil gehörige, alle über einem durchgehenden Gesims im 
1. Obergeschoss. An der Westfront des Saalbaues unten eine ovale Schussöifnung. 
 Im Innern dieses Bautheiles ruht die Decke des im 1. Obergeschoss befind- 
lichen Saales auf einem Mittelpfosten mit einem Sattelholz, das dreifach gekehlt 
und mit Rundstab-Einlage in den äusseren Kehlen geschnitten ist. Von der Thurm- 
treppe führt im 1. Obergeschoss eine Thür, die der Hofthür gleicht, zum Nordwest- 
Flügel; im 2. Obergeschoss führte von der Thurmtreppe nach links hin eine noch 
spitzbogige, jetzt zugemauerte Thür. (Die jetzt nach rechts führende ist modern 
rechteckig.) Das 2. Obergeschoss über dem Saal, durch Fachwände in Bodenräume 
getheilt, enthält einstige Zimmer; hier einige aus dem Holz rundbogig geschnittene 
Thüren (zum Theil später verschnitten); in einem Zimmer Ornamente, zum Theil 
erneuert, mit: 15-80 und Blumen, mit Röthel (Bolus) aufgepinselt. Im Uebrigen 
ist Alles ohne besondere Bedeutung. Von der Strasse führt eine grosse, schmuck- 
lose Durchfahrt auf den Hof.  Rings um das ganze Gebäude ist noch die Graben- 
Vertiefung, an der Nord-, Süd- und West-Seite die Aussenmauer erhalten.  
Beck, S. 374.  Gelpke, S. 33, Nr. l Weidenseesches Gut, 1799 J. A. Wechmar gehörig, unter 
hohenlohischer Hoheit, und Nr. 2 Hiilseniamlsches Gut, 1799 M. C. Härtung gehörig, unter gotha- 
ischer Hoheit. 
Ehemal. Rittergut, Hohenkirchengasse Nr. 18, wohl dasjenige, das nach 
Beck 1465 denen v. Kobstädt, dann bis 1632 den Marschällen v. Greif, im 
18. Jahrhundert denen v. Volgstädt gehörte und mit dem vormals v. Spitznase- 
sehen Gut vereinigt, aber 1784 zerschlagen ward. Vordem Landsitz der Familien 
v. Studnitz, ist es jetzt Wohnhaus der Familie Richter. Es ist ein ganz zierlich 
gewesener Bau des 18. Jahrhunderts, Erdgeschoss und Obergeschoss. Flachbogige 
Fenster und im Erdgeschoss eine flachbogige Thür sind in dem mittleren, etwas 
vorspringenden, oben mit Dreieck-Giebel abgeschlossenen Mitteltheil der Strassen- 
front angeordnet, rechteckige in dem zurückspringenden. Im Durchgang zum Hof 
einige zum Theil verkleinerte Flachbogen-Thüren mit dem Profil mehrerer Rund- 
stäbchen zwischen Plättchen und Karnies. Die Hoffront, der Strassenfront gleich 
(einige Fenster zugemauert), zeigt noch einige Roccoco-Verzierungen aus theilenden 
und einfassenden Putzpilastern, wie an Brüstungen und im Giebel, als Reste ehe- 
maliger, reicher Ausbildung.  Die vom Durchgang aus erreichbare Treppe ist 
mehrfach gebrochen. Der Treppentlur reicht bis zum Obergeschoss, seine Decke 
ist an den Ecken in Roccoco stuckirt. Die Thür vom Treppen-Absatz zum Erd- 
geschoss ist rechteckig, in verzierter Rundbogen-Nische. Den Mittelbau nimmt im 
1. Obergeschoss ein schön geschmückt gewesener, jetzt verfallender, als Frucht- 
boden dienender Saal ein. Die je drei Fenster nach Strasse und Hof (letztere 
jetzt zugemauert) haben als Einfassungs-Profil eine Flachkehle zwischen Rund- 
stäbchen und Abstufungen; an den beiden anderen Wänden sind Rundbogen- 
Nischen und Kamin-Nischen in Gips verziert. Die Wandflächen selbst sind sorg- 
fältig aus glänzendem Stuckmarmor (stuccolustro) hergestellt gewesen; die Kamine 
aus Sandstein. An jeder Seite waren zwei. rechteckige Thüren mit umrahmten 
Bildern darüber (Sopraporten) bekrönt [welche an Herrn Rehr in Coburg verkauft 
sind]. Die als Spiegelgewölbe mit sehr flachen Voluten entwickelte Stuckdecke
        

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