Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha: Landrathsamtsbezirk Gotha: Amtsgerichtsbezirk Gotha
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2532802
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2534858
Gotha. 
INGEBSLEBEN. 
hundert stammen die übrigen Oeifnungen der Kirche, nämlich Thür und darüber Fenster 
an, der Chor-Südseite, ebenso Thür und darüber Fenster an der Westfront, alle recht- 
eckig, ferner die kunstlosen Fachwerk-Bauten an der Chor-Nordseite und in der Ecke 
zwischen Chor-Südseite und Thurm. Der Thurmbau selbst zeigt an der Südseite in 
seinem ersten Obergeschoss ein schmales, im zweiten Obergeschoss ein breiteres, 
rechteckiges, im dritten ein rundbogiges Fenster, an seiner Ostseite in allen Geschossen 
Rechteck-Fenster und hat ein viertes, hölzernes, verschiefertes, mit einem Flach- 
bogen-Fenster an jeder Seite versehenes Geschoss, darüber eine im Verhältniss zur 
grossen Grundfläche zu flache Schweifkuppel mit Tabernakel-Aufsatz.  Beck, 
Gesch. III, I, S. 418.  Brückner, S. 32.  Galletti, S. 105.  Gelbke II, II, S. 225. 
Im Innern sowie in ihrer Ausstattung ist die Kirche 1879 gut erneuert. 
Taufgestell , auf einfachem, achteckigem Pfeiler sitzt das barocke Becken, in 
Form einer verkehrten, achteckigen, abgestumpften Pyramide, mit etwas geschweift 
ausgeschnittenen Eck-Verzierungen, Facetten an den Flächen und einigen antikisirenden 
Gliedern. Holz. 
Kanzelbau, aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, erneuert, in gemässigtem 
Roccoco, geschmackvoll  Die Unterwand zeigt drei durch die Postamente und 
darüber durch nochmalige geschweifte Sockel der Oberwand-Säulen getrennte OeH- 
nungen, die seitlichen Durchgänge rundbogig, mit Cartouche als Schlussstein, die 
Oeffnung hinter dem Altar von der Form:  Ueber der Mitte erhebt sich die 
Oberwand. Da diese in drei Seiten des Achtecks zurücktritt, ergeben sich neben den 
frei vortretenden, korinthischen Säulen noch rechts und links Pilaster mit Voluten- 
Capitellen, und als Bereicherung sind in Höhe dieser Capitelle zu den Seiten der 
oberen Kanzelthür, sowie im Scheitel des Flachbogens derselben Roccoco-Cartouchen 
angeheftet. Aehnlich vorgelegte Schnitzerei ist in den Flächen der in der Oberwand in 
fünf Seiten des Achtecks vertretenden und auf einer Zapfen-Console ruhenden Kanzel 
angebracht. Da die obere Kanzelthür die einfassenden Säulen überragt, verschwindet 
das hohe, stark verkröpfte Gebälk in der Fläche der Oberwand, über den frei vor- 
gestellten Säulen Stücke eines gebrochenen Voluten-Giebels tragend, auf dem je ein 
recht anmuthiges Knäbchen sitzt. In der Mitte aber tritt vor der Oberwand-Fläche 
oben der achteckige, als Gebälk mit Krone darüber gestaltete Schalldeckel vor. Auf 
den seitlichen Gebälken geht als Vermittelung von deren Mitte zu den Aussen- 
Pilastern der Oberwand ein geschweifter, mit Sclinitzwerk verzierter Balken strebe- 
artig in die Höhe; hinter dem rechten (südlichen) sieht man die hübsch durch- 
brochene Brüstung der Kanzeltreppe. Holz. 
Einfassung der Kanzeldecke, um 1750, hübsch als durchbrochenes Ranken- 
werk mit herabhängenden Glöckchen durchweg in Holz geschnitzt und vergoldet. 
Altarwerk-Figuren in einem Schrank in der Sacristei, spätgothisch, Maria 
mit Krone und Scepter, das Jesuskind auf dem Arm tragend, die Heiligen Barbara, 
Petrus, Katharina  Attribut fehlt) und Paulus. Die männlichen Figuren sind ganz 
gut, die Frauen von kindischem Ausdruck. Runde Gesichter mit Hängebacken und 
hohen Stirnen ohne genügende Augenbrauen-Zeichnung, überhaupt zu flache Modellirung, 
steife, gezierte Haltung, viele, aber charakterlose Falten lassen die in mancher Hin- 
sicht eine gute Schule verrathenden Holz-Figuren als minderwerthig erscheinen. 
Figur Christi von einem Cruciüx, spätgothisch, von guter Körperkenntniss, 
aber abschreckendem Todes-Ausdruck, besonders des offenen Mundes. Holz.
        

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