Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Altenburg: Westkreis
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2528247
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2530632
Kahla. 
ALTENBERGE. 
 
Kirche, spätgothisch, wohl um 1513 vollendet (ein Stein mit dieser Jahreszahl 
an der Nordseite dicht bei der Westecke), später mehrfach verändert, 1800 reparirt. 
Der Chor ist in drei Seiten des Achtecks geschlossen, das Langhaus einschifiig, süd- 
lich mit der Chormauer in gleicher Flucht, nördlich in seinem östlichen Theil eben- 
falls, in seinem westlichen Theil etwas heraustretend jenseits des quadratischen, an 
der Nordseite vertretenden Thurmes und eines (westlich neben dem Thurm befindlichen) 
gleich grossen Baues, welcher die Treppe und Herrschafts-Empore enthält  Der Thurm 
ist im Erdgeschoss älter als der Chor, im zweiten Obergeschoss laut Inschrift von 1783. 
Chor und Langhaus haben eine gemeinschaftliche, geweisste Flachdecke, das 
Thurm-Erdgeschoss ein Kreuzgewölbe. Der Chor ist durch die Wand des Kanzelbaues 
als Sacristei abgeschlossen. Im Innern ist an der Nordseite des Langhauses eine 
kleine, eiförmige Blende mit Fischmaasswerk. Die Fenster sind im Chor, Langhaus 
und dem erwähnten Treppenraum einfach spitzbogig, im Thurm (durch spätere Ver- 
änderung) rechteckig. Eine Spitzbogenthür führt vom Thurm-Erdgeschoss nach dem 
Treppenraum; dieser selbst ist von aussen wie nach dem Langhaus durch eine 
Rechteckthür zugänglich. Eine rechteckige Thür führt in die Westseite der Kirche 
(hier ein moderner Vorbau); eine Korbbogenthür in die Südseite nahe der Westseite; 
eine Spitzbogenthür an der Nordseite ist zugemauert. Der Thurm hat einen Helm.  
Ifirclzengall. II, 37. 
Ehemaliger Sacram entsch r ein an der Chor-Nordwand, einfach, mit Schweifbogen. 
Orgel, von 1754 laut lnsclzrgft auf der Rückseite. 
Ofen im Herrschaftsstuhl (Abbild. auf folg.  17. Jahrhundert, eigenthümlich 
im Fünfeck vortretend, ganz gefällig verziert mit Rankenwerk und allegorischen 
Frauengestalten. Gusseisen. 
Tazefgestell. Sockel mit Löwenklauen und Kugeln. Holz. 
K anzelbau, im Zopfstil. Die die Sacristei abschliessende Wand ist durch ein Gesims 
zweigeschossig und unten durch ionische, oben durch korinthische Pilaster in drei Abthei- 
lungen getheilt. Die äusseren Abtheilungen unten enthalten Rechteckthüren zur Sacristei. 
Oben ist im Mittelfeld die Kanzel in fünf Seiten des Achtecks vorgekragt wie der Schall- 
deckel darüber; die seitlichen Felder sind in mässigen Schweifungen ausgeschnitten, auf 
denen die eherne Schlange Mosis und das Crueifix Platz haben. Holz. 
Figur, jetzt im Sacramentschrein (Abbild. S. 67), Frührenaissance, heilige Anna 
selbdritt [Jesuskind fehlt], in eigenthümlicher Anordnung der drei Figuren, schön, von 
mildem Gesichtsausdruck, edler Haltung und vortrefflichem Faltenwurf. Holz, farbig, 
72 cm hoch. 
Figuren-Rest (Untertheil) auf dem Dachboden; Rest-Obertheil am westlichen Dach- 
giebel [andere früher vorhanden gewesen]. Stuck. 
Gruppe auf dem Altar, der Gekreuzigte mit Maria und Johannes; schlecht. Marmor. 
Grabmal an der Chor-Südwand, für Anton Ludwig von Schwarzenfels T 1730, 
durch Grösse und saubere Ausführung wirkungsvoll (Lichtdruck). Die Formen zeigen 
im Giebel den Barockstil, doch in den Säulen und Gesims-Gliederungen schon die 
Hinneigung zum reineren Classicismus, bezw. italienische Beeinflussung des Künstlers, 
die sich auch in den Stellungen und Gewandungen der Figuren kundgiebt, so dass 
dieses Denkmal trotz seiner Ueberladung und der typischen, sinnbildlichen Dar- 
stellungen an Frische und freier Auffassung die meisten gleichzeitigen Denkmäler der. 
Gegend überragt. Stuck, weiss überstrichen.
        

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