Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Altenburg: Verwaltungsbezirk Altenburg (Ostkreis)
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2521568
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2527315
Ronneburg. 
POLZIG. 
351 
hangbogen-Fenster mit Stabwerk-Kreuzung an der Sacristei-Nordseite, aussen 
Strebepfeiler am Chor, jetzt mit Sockelgesims, einem Vorderfiächen-Gesims und 
Pultdächern gegliedert. Das Langhaus scheint einer älteren Anlage zu entstammen, 
vielleicht, dass der südliche Theil älter, als der Chor und, wie bei der altenburger 
Schlosskirche, durch ein Nordschiff erweitert wurde. Doch ist bei späteren Re- 
staurationen, besonders 1692 durch den Grafen Henckel von Donnersmarck und 1774 
(Jahreszahl unter der westlichen Emporenthür) viel verändert und jegliche Stütze 
bezw. Scheidebogen beseitigt. Die letzten grösseren Erneuerungen erfolgten 1835 
und 1862 (Jahreszahl auf der Wetterfahne). Die Fenster der Langseiten des Lang- 
hauses (mit Ausnahme der erwähnten östlichen) sind korbbogig, an der Westseite 
zum Theil unten korbbogig, oben rechteckig. Je eine korbbogige, rechteckig 
umzogene Thür führt an der Westseite unten und oben (hier durch eine Frei- 
treppe zugänglich) in die Kirche, eine rechteckige in die Nordseite und eine rund- 
bogige in den (neuen) Treppen-Anbau zwischen Thurm und Chor. Die Decken in 
Chor und Langhaus sind flach, seit 1692 im Chor in zwei, im Langhaus in drei 
Abtheilungen durch flache Längsbalken und innerhalb dieser Flächen durch pro- 
ülirte Leisten in Felder getheilt und in jedem Feld in einer rechteckigen oder so: 
umrahmten Fläche ein biblisches Gemälde mit erklärenden Sprüchen (auf 
Kosten des Grafen Elias von Henckel 1692) gemalt; die Darstellungen jetzt 
sehr verblasst. Der Gutsstand und das 2. massive Thurm-Obergeschoss haben neue 
Rechteck-Fenster; dann folgt ein geputztes Achteck-Geschoss mit grossen Fenstern 
und Schweifkuppel.  Kirchengalerie I, S. 66 f. u. Ans. (auf Bl. 1 d. Ephor. Altenb).  J. u. 
E. Löbe II, S. 331. 
[Heiligenbilder, 1691, auf Befehl der Gräfin Barb. Hel. Henckel, geb. 
v. Maltzahn, entfernt.  Kirchengalerie, S. 66.] 
Kanzel am nördlichen Triumphbogen-Pfeiler, aus der Zeit um 1692. Auf 
einer korinthischen Säule mit gewundenem Schaft ist sie in vier Seiten des Acht- 
ecks gebildet; an den Ecken Säulen mit gewundenem Schaft auf Consolen und 
Zapfen, an den Flächen Rundbogen-Blenden mit den Evangelisten-Figuren. Am 
Fussgesims der Kanzel und an dem mehrfach gegliederten und gekröpften Schall- 
decke], sowie an der Brüstung der Treppe sind geflügelte Engelsköpfe angebracht. 
Das Ganze ist gut behandelt; Holz, weiss, braun und golden.  J. u. E.Löbe,S. 332. 
Gedenktafel an der Chor-Südwand, laut Unterschrift von Elias Andreas 
Henckel von Donnersmarck gestiftet, die Bilder 1693 von Johann Christoph Schmidt 
gemalt, tüchtige Leistung des Spätbarock. Im Sockel ein Gemälde des Abendmahls 
zwischen Postamenten. Auf diesen ruhen korinthische Säulen, mit Laubwerk im 
Schaft umwunden, ausserhalb deren auf Consolen vor Nischen die Figuren der 
Evangelisten und des Täufers Johannes stehen, während im rundbogigen Mittelfelde 
die Kreuzigung gemalt ist. Darüber schmiegen sich an den Ecken Engelsüguren 
dem Rundbogen an, in der Mitte ein runder Aufsatz mit Laubwerk um ein Ge- 
mälde der Dreifaltigkeit (Halbfiguren Christi und Gottvaters, die unter der Taube 
sitzen). Im Sockelglied, an den Seiten des Haupttheils und oben sind Engelsköpfe 
und Rankenwerke geschnitzt. Das architektonische Gerüst ist von Holz, braun, 
weiss und golden.  J. u, E. Löbe, S. 332. 
Wein kanne, mit den Anfangsbuchstaben der Barbara Helene Gräfin Henckel, 
geborenen Freiin von Maltzahn nebst deren zwei Wappen und: 1706 unter dem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.