Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Altenburg: Verwaltungsbezirk Altenburg (Ostkreis)
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2521568
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2526765
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Züncnm. 
Altenburg. 
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der das Kirchenhaus ziemlich überragt und oben an der Südseite noch eine 
alte Lichtspalte zeigt, deckt ein Zeltdach aus Hohlziegeln. Der Mühlenbesitzer- 
Stand öffnet sich unten in einem grossen Rundbogen gegen die Kirche, die zwei 
Gutsstände in Flachbögen im Emporengeschoss. Das Kirchenhaus ist gegen 
den Thurm ganz geöffnet, ein rundbogiger Tragebogen über der Decke sichtbar. 
Eigenartige Malereien aus dem 18. Jahrhundert, an Kirchbänken, Emporen- 
brüstungen und Decke, in Form von kühn gepinselten Rankenwerken erinnern 
in ihrem schwarzen, grauen, rosa und orange Farbenspiel ungefähr an die bis in 
unser Jahrhundert üblichen Buntpapiere für Buchdeckel; an der durch Leisten 
in dreimal fünf Felder getheilten Decke treten noch Engel mit den Leidens- 
Werkzeugen dazu. An der Thür zum Nord-Vorbau ist ein durchbrochen ge- 
schnittenes Gitter aus Holz, welches den Umriss eines nackten Engelknäbchens 
wiedergiebt (nun aber, aus Absicht oder Missverstand mit halb naturalistischen 
Blumen auf den verschiedenen Körpertheilen bemalt, geradezu grotesk wirkt). Im 
Ganzen sieht die Kirche im Innern unfreundlich und verschmutzt aus, so dass 
eine Auffrischung erwünscht wäre; die Nord-Vorbauten sind in gefährdetem bau- 
liehen Zustand.  Kirchengalerie I, S. 172 u. Ansicht (auf B1. 2 d. Ephor. Altenb.).  J. u. E. 
Lobe, S. 604.  
Kanzel an der Südwand, aus dem 18. Jahrhundert, vom Grundriss: L), mit 
dorischen Ecksäulen und den Evangelistenfiguren an den Flächen. Holz, weiss mit 
Gold. Der Schalldeckel ist bis auf den Brettboden abgenommen und steht (ver- 
fallend) im östlichen der beiden Nord-Vorbauten.  J. u. E. Löbe, S. 605. 
Tauf-Engel, aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, knieend mit dem 
Becken, in üblicher Form, handwerklich ausgeführt in Holz, weiss mit Gold.  
Kirchengalerie a. a. O. 
Altar-Aufsatz, (1517 von dem Bildschnitzer Georg Pful in Altenburg ge- 
fertigt, doch wohl) zu Anfang des 18. Jahrhunderts stark und schlecht nach- 
gearbeitet, auf dem Altartisch. Postamente, zwischen denen eine Tafel mit 
Sprüchen, tragen die zwei einfassenden, korinthischen Säulen, zwischen denen ein 
Abendmahlsrelief geschnitzt ist; auf dem mit zwei Wappen (wohl von Gurt Löser 
und seiner Gattin) gezierten Gebälk stehen links und rechts Figuren des Moses 
und Petrus, dazwischen in einem volutirten Korbbogen-Feld ein ausserst unge- 
schickt ausgeführtes Relief der Anbetung der Könige, darüber noch eines der 
Grablegung in Schnörkelwerk, zwischen sitzenden Engeln und bekrönt von der 
Figur des auferstehenden Heilandes. Holz, weiss mit Gold.  Kirchengalerie a. a.. 0. 
 J. u. E. Lobe a. a. O. 
6 Figuren von Altarwerken um 1500. Zusammen gehören: Apostel Simon 
(mit der Säge) und Bischof Nikolaus, beide an den Ost-Ecken der Kirche ange- 
bracht, sowie ein Heiliger (Petrus?) mit Buch, an der Nordwand, alle auf Con- 
solen, durchschnittlich 115 cm hoch, gut, von würdiger Auffassung, doch infolge 
eines dicken, weissen Anstriches mit Vergoldung nicht zu beurtheilen.  Eine 
heilige Barbara und ein heiliger Georg, an der Nordwand über der 1. und 2. Oeif- 
nung zum Nord-Vorbau oben, von kleinen Figuren, scheinen unbedeutend und 
zusammen zu gehören zu einer in dem Nord-Vorbau belindlichen, mittelmässig 
gearbeiteten, 75 cm hohen Maria mit dem J esuskind.  Kirchengalerie a. a. 0.: einige 
hölzerne Bilder an der hinteren Kirchwand.
        

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