Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Altenburg: Verwaltungsbezirk Altenburg (Ostkreis)
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2521568
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2525858
215 Altenburg. 
MOCKEBN. 
215 
Raum in einen unteren für-Sacristei-Zwecke und einen oberen; am oberen, für 
das Orgelgebläse eingerichteten sieht man noch die Halbkuppel. Der Ghorbogen 
ist rechteckig mit Abkantung nach dem Chor-Rechteck hin proiilirt, jetzt durch 
eine Trennungswand ausgefüllt. Das Chor-Rechteck ist flach gedeckt und zeigt 
an der Nordseite ein rechteckiges Fenster, an der Südseite neben einem flach- 
bogigen noch ein verhauenes, schwach spitzbogiges, frühgothisches, mit Spuren 
einstiger Kleeblattbogen-Füllung. Der Triumphbogen und seine Pfeiler sind unten 
gänzlich fortgeschlagen, aber oben rundbogig erhalten. Im Langhaus eine üache 
Leistendecke mit blau in Weiss gemalten Cassetten von der Restauration von 1799; 
an der Süd- und Nord-Seite je zwei Flachbogen-Fenster, an der Nordseite ausser- 
dem eine {lachbogige und eine rechteckige Thür. Gegenüber diesen regellosen 
Oetfnungen der letzten Jahrhunderte ist 1888 an der Westseite ein grosses, gutes 
Fenster in gothischem Stil, von Herrn Kirmse gestiftet, eingesetzt und von aus- 
gezeichneter Wirkung, abgesehen von der guten Ausführung auch durch die Stellung, 
da im Gegensatz zu so vielen modernen, evangelischen Kirchen-Anlagen (nicht nur 
Thüringens) volles, schönes Licht auf den Altar-Raum fällt und den Geistlichen 
bezw. die Amtshandlung von der richtigen Seite aus beleuchtet. (Eine weitere 
Restauration des Innern unter einheitlicher Gestaltung der Fenster und Thüren 
ist in Aussicht genommen und würde sich sehr lohnen.) Das Chor-Rechteck, 
ursprünglich bestimmt, den Thurm zu tragen, endet jetzt kurz über dem Langhaus- 
Dach mit einem der Länge nach gestellten Satteldach. Diese Anordnung geschah 
wohl (nach einem Blitzschlag oder sonstiger Beschädigung des Oberbaues, die dessen 
Beseitigung nöthig machte) bei Gelegenheit der Restauration von 1670, und erhielt 
dabei der Ostgiebel Flachbogen-Blenden in zwei Reihen übereinander (nach dem 
Vorbild ähnlicher, älterer, z. B. an der Brüderkirche und dem Polhof zu Altenburg, 
vielleicht auch nach dem Vorbild der 1519 an dieser Kirche angebrachten Deco- 
ration), deren obere Reihe jetzt von Fenstern durchbrochen ist. Auf diesem Dach 
erhebt sich dann ein beschieferter, achteckiger Dachreiter mit hohem Achteck-Helm. 
Ein zweiter achteckiger, beschieferter Dachreiter mit Schweifkuppel, Tabernakel- 
Aufsatz und Schweifkuppel ruht auf der Mitte des Langhaus-Daches, so dass die 
Aussen-Erscheinung an die von Saara erinnert, doch ist hier der westliche, 1868 
und 1873 erneuerte Dachreiter schlanker gehalten.  Enger, Zeichn., Ansicht (im 
Altenb. Museum, Alterth-Samml.)  Frommelt a. a. O.  Kirchengalerie I, S. 113 f. u. Ans. (auf 
B1. 1 d. Ephor. Altenb).  Lanzendorf in Altenburg, Photographie Nordwest-Ansicht.  J. u. E. 
Lobe I, S. 482. 
Kelch für Kranke, mit: D.K.R.1737, klein, von Zinn.  Hostienbüchse, 
mit: 1752.  rund, VOn Silber.  J. u. E. Löbe, S. 483, auch über andere ältere, nicht 
mehr vorhandene Gefässe. 
3 G10 cken, 1864.  J. u. E. Löbe a. a. 0., mit den Inschriften. 
Grabsteine aussen an den Fronten der Kirche; darunter zwei zu nennen. 
An der Nordfront nahe der West-Ecke Doppeltafel mit Inschriften für Mich. Kahle, 
T 1721, und seine Gattin Sibylla, geb. Poschwitz, T 1716, am Untersatz; darauf 
Cartouchenschilder mit Spruch zwischen zwei sehr niedlichen, geflügelten Engels- 
köpfchen; als Bekrönung jetzt ein kleiner, in Wolken stehender Christus. An der 
Westfront Doppeltafel mit Inschriften für Melchior Kirmse (wohl bei seinen Leb- 
Zeiten gesetzt) und seine Gattin Anna, geb. Krause, 1' 1798, darauf eine Urne
        

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