Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Altenburg: Verwaltungsbezirk Altenburg (Ostkreis)
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2521568
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2525249
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EHRENHAIN. 
Altenburg. 
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Wandpfeiler des Sacramentshäuschens ist mit Wulstcn und Kehlen gegliedert; der 
Anschluss zur Wand wird durch einander schneidende-Rundbögen (zum Theil Halb- 
bögen) gebildet; auf dem kräftig mit Kehlen und Wulsten (der oberste mit ge- 
wundenen Einkerbungen) vortretenden Gesims ist der Schrein an den drei Flächen 
in der Form des vom Schweifbogen: (1 umzogencn_ Kleebogens: A gemeisselt und 
zwar an den seitlichen Flächen als flache Blende, an der vorderen aber durch ein 
oben gekehltes Rechteck: FH als tiefe Blende geöffnet. Die Schweifbögen sind 
reich mit Kanten- und (erneuerten) Giebel-Blumen besetzt; dazwischen steigen die 
Fialen auf, so dass aussen nur die Kanten: m zwischen den Kehlen geblieben 
sind, durch welche das Sacramentshäuschen allmählich (dachartig) wieder 
gegen die Chorwand anläuft. Als Bekrönung steigt dann, {fach vortretend, ein 
grosser Giebel (Wimperg) auf, welcher [einst relieiirt] jetzt glatt, nur noch an den 
Seiten die Kantenblumen und oben die [an der Vorderfläche ebenfalls glatt ge- 
meisselte] Giebelblume zeigt. Das Ganze ist in schönem Verhältniss aufgebaut.  
Vom spätgothischen Bau ist noch eine Reihe von Einzelheiten erhalten. Am Chor 
stehen die Strebepfeiler, von dem den Chor umlaufenden Sockelgesims und des- 
gleichen Fensterbank-Gesims umzogen, oberhalb eines Vorderilächen-Gesimses in 
Pultdächern endend; sie deuten darauf, dass der Chor einst ein Schlussjoch und 
ein zweites Joch [mit Kreuzgewölben] hatte. Die sechs ihn erleuchtenden Spitz- 
bogen-Fenster sind gross, zweitheilig, mit kräftig gekehlten Pfosten und Leibungen 
und mit wohlerhaltenen bezw. erneuerten Maasswerken ausgebildet. Die Sacristei 
ist mit einem_ Kreuzgewölbe von kehlprofilirten (V) Rippen bedeckt; vom Chor 
führt eine Spitzbogen-Thür, mit Gabelung und Kreuzung der Stabprofile an 
Kämpfern bezw. Scheitel gegliedert, hinein. Sie ist seit der letzten Restauration 
höher gerückt. Ueberhaupt sind hier mehrere Veränderungen erkennbar. An der 
Chor-Südseite steckt eine zugemauerte, grosse, rundbogige, aber noch dem Bau 
des 16. Jahrhunderts angehörende, mit Kämpfer-Gabelung und Scheitelkreuzung 
profilirte Thür jetzt halb im Boden. (Die Kirche war einst so tief, dass diese 
Thür hineinführte, die Sacristei aber (welche durch kleine, zum Theil neue Recht- 
eck-Fenster erleuchtet ist) war ursprünglich um einige Stufen höher gegen die 
Kirche.) Das Obergeschoss des Sacristeibaues, die Herrschafts-Empore, ist später 
aufgesetzt und hat ein neueres Fenster, zu welchem aber Reste eines gothischen 
Maasswerk-Fensters benutzt sind. Bemerkenswerth ist auch der Umstand, dass, 
da die Langhaus-Südwand im Innern etwas gegen die Chor-Südwand und den 
Triumphbogen vertritt, der gothische Baumeister dies durch eine Blendbogen- 
Bildung und Vorkragung unten dem Auge weniger störend machen wollte, welche 
Architekturformen aber durch spätere Erneuerungen verdorben worden sind. Ganz 
modern von 1885 [vielleicht aber doch an Stelle eines ursprünglich hier befind- 
lichen und den spätgothiscl1en Bau beeinflussenden Bautheiles] ist der runde, 
aussen zwischen Sacristeibau und Langhaus-Südwand eingelegte Treppenthurm mit 
spitzbogiger Thür und ebensolchen Fenstern und mit Achteck-Helm geschmackvoll 
ausgebildet. Ebenfalls aus Erneuerungs-Zeiten nach der Gothik, besonders von 
1748, stammen die flachen Decken über Chor und Langhaus und die Fenster des 
Langhauses in zwei Geschossen, unten rechteckige, oben grosse, rundbogige her. In 
regelmässiger Anordnung sind es an der Südseite zwei solcher Fenster, an der 
Nordseite eines und, dem westlichen der beiden Südfenster entsprechend, oben nur
        

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