Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Saalfeld
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2516591
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2521210
3 Pössneck. 
FRIEDEBACH. 
255 
Kanzelbau, barock, geschmackvoll aufgebaut  Der Unterbau, dreitheilig 
mit einfachen Vertäfelungen an den Seiten, hat in der Mitte den Durchgang zum 
Sacristei-Raum und zu dessen Seiten die frei vorgestellten, stehenden, lebensgrossen 
Figuren Christi und Mosis. Auf dem Unterbau ist das wohlgebildete Gebälk an den 
Seiten gerade, tritt aber über den Köpfen der beiden Standüguren unter Vermittelung 
von Akanthus-Capitellen durch Verkröpfung vor und dazwischen, über dem unteren 
Durchgang, nochmals im Kreisbogen vor. Ueber diesem Mitteltheil erhebt sich die 
Kanzel, reicher gegliedert. Ihre Brüstung tritt im Grundriss kleebogig vor und wird 
an jeder Seite von gleich hohen, mit Kelchsträngen gezierten Postamenten eingefasst, 
neben welchen noch zurücktretend je eine Brlüstungstafel den Abschluss bildet (so dass 
folgende Grundrissform entsteht: Ll-Vf  Fuss- und Deck-Gesims gehen durch; 
das letztere trägt in dem Mittelstück der Kanzelbrüstung unter Vermittelung eines 
geflügelten Engelskopfes das Lesepult. Die seitlichen Postamente der Kanzel tragen die 
mit Blumengehängen verzierten Pfosten des oberen Kanzel-Einganges, die Brüstungs- 
tafeln tragen einfachere Einfassungs-Glieder. In sehr gefälliger Weise findet das Ganze 
seinen Abschluss, indem das obere, kräftige, mit Blumen gezierte Gebälk alle unteren 
Verkröpfungen wiederholt, so zugleich den vertretenden Schalldeckel bildend, aber in 
straifem Zusammenhang. Auf dem Gebälk wird die Krönung in der Mitte durch ein 
Cartouchen-Schild und an den Seiten durch je ein gelagertes Engelsknäbchen gebildet, 
während rechts und links von dem Kanzel-Oberbau frei geschnitzte Akanthus-Ranken, 
in geschickter Lösung nach unten breiter werdend, zugleich auch zur Ausfüllung der 
Ecken und zur Krönung der Seitentheile des Unterbaues dienen. Holz, die Stand- 
figuren vergoldet. 
Crucifix auf dem Altar, mit Maria und Johannes zu den Seiten, aus dem 
17. Jahrhundert, klein. Holz, neu bemalt. 
Tauf schale, aus dem 18. Jahrhundert, Thon, weiss und blau; in der Mitte 
ein Blumenkorb auf Ranken und ringsum Blumen gemalt. 
Weinkanne, in Seidelform, mit: A.E.L.1702. Zinn. 
Kelch, mit: J .M .E.1735. Silber, vergoldet gewesen. 
Kelch-Untersetzer, mit:  und mit Silberspitzen. 
Malereien, aus dem 18. Jahrhundert, ganz tüchtiges Streben verrathend, besser 
in den Zeichnungen, als in den Farben. An der Decke des Ghores die Ausgiessung 
des heiligen Geistes, weniger gelungen, als an der Decke des Langhauses der auf- 
erstehende Christus mit der Fahne, welcher von recht guter Bewegung ist.  An der 
Orgel-Rückseite ist Moses vor dem feurigen Busch dargestellt, seinen linken 
Schuh lösend, während der rechte Fuss unbeschuht ist. 
Gemälde der vier Evangelisten an den Altar-Seitenwänden verdienen Beachtung 
durch ihre im Zopfstil geschnitzten Blattrahmen. 
3 Glocken. 1872. 1857. 1865. 
K i r c h h of. 
Grabmal an der Westseite, nach der Ecke zu, für den Forstbeamten Jost, 
l 1743, dreiseitig. Am Sockel befinden sich drei Schilder, Engel an den Ecken; 
darüber eine Platte. Darauf, auf drei Schädeln, steigt ein hoher Obelisk auf, mit 
Inschrift an den Flachen. Als Krönung ein Engel mit einem Schild.
        

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