Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Saalfeld
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2516591
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2518930
7 7 Saalfeld. Summnn, 
Johanniskirehe. 
 77 
die Mosesiigur mit lebhaft rothem Obergewand  geben zusammen eine zwar nicht 
kirchliche, doch prächtige Wirkung, so dass man mehr an den römisch-deutschen 
Barockstil, als an die sonst hier übliche Version des niederländisch-deutschen Barock 
gemahnt wird. Der Schalldeckel ist entsprechend fünfseitig, als Gebalk gedacht, mit 
Quasten und Schnörkeln, welche kronen-artig nach oben zusammenlaufen und auf der 
Spitze den Pelikan tragen   Nach Grobe, s. 230 (nach Saalfeld.Wochenb1.1804, s. 12v) 
stand eine Kanzel anfänglich in der Mitte der Kirche, wurde 1544 an einem Pfeiler der Südseite an- 
geordnet, 1717 an der jetzigen Stelle. Die ersten beiden Angaben können sich nur auf nicht mehr 
vorhandene Kanzeln beziehen. Die jetzige Kanzel muss dem Stilnach um 1676 gemacht worden sein; 
eine Umsetzung von einem Südpfeiler nach dem Nordpfeiler 1717 ist allenfalls möglich, aber nicht 
wahrscheinlich, da die dadurch nothwendigen Aenderungen an Treppe und am Brüstungs-Anschluss 
schwerlich 1'717 in solcher, keine Spuren hinterlassenden Weise gemacht wurden.  Brückner, 
a. a. 0., II, S. 622.  Wagner, Fürstenthum Saalfeld, S. 45.   
Figur Mosis im westlichen Mittelschiff-Joch, von einer Kanzel des 17. Jahr- 
hunderts, kleiner als die Figur der jetzigen Kanzel. (Sie kann aber auch nicht etwa einer 
Kanzel des 16. Jahrhunderts angehört haben.) 
Ofen im Fürstenstuhl, spatbarock. Unten zwei Platten, auf der einen das in 
einer Kirche doppelt seltsame Relief Vulcan's, welcher Kanonen und andere 'z. Th. 
moderne Waffen schmiedet, während Juppiter aus Wolken zuschaut, auf der anderen 
Platte ein Reiter unter dem Schriftband: F.A. R. P. 8a Z. S. Gusseisen. 
Taufstein in der Mitte des Chores. Der Sockel ist noch "gothisch, von der 
Gestalt (I: im Grundriss. Auf ihm ruht, aus der Barockzeit von 1666 stammend, 
ein vierseitiger Schaft, dann, unter Zwischenschiebung einer achteckigen Platte" 
gothischen Stiles, das barocke Becken, achtseitig in Halbkugel-Form, mit Engelsköpfen 
an den Flachen. Die gothischen Theile sind von gutem Sandstein, die barocken 
ebenso geschmacklos verschnörkelt, wie in elendem Alabaster ausgeführt, grössteni 
theils zerstört und zerbröckelt, deshalb auch mit Zeugstoif überhangt; 
[Taufstein ehemals im Westjoch des Mittelschiffes vorhanden; vielleicht der 
gothische, dessen Theile zum jetzigen Taufstein benutzt wurden]   
Altarwerk-Rest in der Sacristei, um 1500 gefertigt  Erhalten sind der 
Sockel und der Mittelschrein des Haupttheiles. Auf dem Sockel befindet sich ein 
Gem a1 de in Leimfarben. In streng symmetrischer Anordnung, auf einem mit Sternen 
bedeckten Hintergrund, ist in der Mitte eine Monstranz gemalt, zu jeder Seite knieet 
ein Engel mit einer Kerze in der der Monstranz zugekehrten Hand, einer Messglocke 
in der anderen. Weiterhin stehen links der Taufer, rechts der Evangelist Johannes,- 
beide mit ihren Attributen. Vorn wird rechts im Terrain ein Baumschröter (Hirsche 
kafer) sichtbar (seit einem Aufsatz von Döbner s.  für das Monogramm des Künstlers 
(Schröter  gehalten. Das Gemälde ist stark nachgedunkelt, auch wohl theilweise 
übermalt, übrigens stets eine ziemlich schwache Leistung gewiesen, besonders.in den 
Gesichtern der Engel; besser sind die der beiden Johannes. Auf der Rückseite ist das 
Haupt Christi auf dem Schweisstuch gemalt.  Auf diesem Sockel enthalt der Mittel- 
schrein (Lichtdruck) des [einst dreiflügeligen] Altarwerkes den Schmuck von Figuren 
aus Holz mit Bemalung und Vergoldung: in der Mitte die Grablegung Christi, links 
davon die Heiligen Dorothea (B) und Barbara  rechts Katharina  und Hanno. 
Auch hier haben wir eine der schwächeren Leistungen der damaligen Bildschnitzkunst 
vor ims. Steif ist die Haltung der einzelnen Figuren, z. B. der hier ungerechtfertigt 
hingestellten Veronika, welche dem Beschauer das Schweisstuch entgegenstreckt;
        

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