Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Sonneberg
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2515064
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2516424
Schalkau. 
RAUENSTEIN. 
RÜCKERSWVIND. 
osten zu steigt der Burgberg höher an. Am Aufstieg hinter der Kirche steht der in ziem- 
licher Höhe erhaltene Rest eines Thorbaues, in der Mitte geborsten, nach Südosten 
durch einen vorspringenden Rundthurm gedeckt. Hinter dem Thorbau tritt die süd- 
östliche Ringmauer des Burgbezirks etwas zurück, in ihrem vorderen Theil stellen- 
weise 1892 neu aufgeschichtet. Gehen wir nun innerhalb des Burgbezirks weiter, 
stets ansteigend, so erreichen wir den rundbogigen, einstigen Eingang eines jetzt 
überwachsenen Kellers. Weiterhin tritt ein Stück eines schräg ansteigenden, tonnen- 
förmig überwölbten Ganges zu Tage. Noch weiter in derselben Richtung und 
höher bilden den einstigen Hauptpunkt der Burg zwei hohe, schmal und gefahr- 
drohend stehen gebliebene Stücke Mauer des mächtigen, runden Hauptthurmes. 
[1825 war derselbe noch in drei durch Gesimse getheilten Geschossen, deren jedes 
höhere aussen etwas zurückgesetzt war, erhalten, wenn auch der Länge nach ge- 
spalten und in der Höhe schmal gesplittert.] Daran schliessen sich Mauerstücke 
an. Dahinter fällt das Erdreich steil ab zum alten, künstlich vertieften Graben; 
jenseits desselben steigt der Burgberg noch weiter. Nördlich von dem Haupt- 
thurm, etwas tiefer, ist ein Stück ganz gut erhaltener Ringmauer und zwar das 
letzte Stück des Südost-Zuges, Ost-Ecke und ein anschliessendes Stück des Nord- 
ost-Zuges. Da die Burg, wie erwähnt, von dem Schiefer des Berges, auf dem 
sie steht, geschichtet war, sind manche zusammengefallene Theile nun wieder zum 
Bergestheil geworden, so dass die Grenzbestimmung zwischen den natürlichen Auf- 
häufungen und den einst von Menschenhand in bestimmten Umrissen gezogenen 
Bautheilen schwer iSt.  Bauer, in Gottschalek, Ritterburgen VIII, S. 360-364, mit 
Hinweis auf Meining. Taschenbuch 1802, mit Ansicht; danach Lotz, Kunsttopogr. I, S. 572, und 
Piper, Burgenkunde 1895, S. 769.  Bechstein, S. 65.  Brückner a. a. O.  G. P. 
H(önn), S.-cob. Landeshistor. 1700, II, S. 93.  Schultes, Diplomat. Gesch. des gräfl. Hauses 
Henneberg I, S. 157.  Sprengseysen, Topogn, S. 68 f.  Voit. 
RÜGKGFSWÜHÜ, südsüdöstlich von Sehalkau; 
erwähnt.  Brückn er, Landesk. II, S. 510. 
Rückerswinden, 
Ruckerswind, 
1342 
Wohnhäuser und Möbel aus älterer Zeit, mit einfachen Verzierungen, sind hier 
noch mehrfach erhalten. Die Häuser sind niedrig, im Erdgeschoss geputzt, auch 
manche von Stein (z. B. Nr. 1 und 2), im Obergeschoss von Fachwerk; gelegentlich 
tritt Beschieferung einzelner Fronttheile hinzu. Einen anmuthigen Schmuck giebt 
dem Ganzen die sog. Trockenlaube, besonders wenn dieselbe an der Seite entlang 
läuft; dies ist eine Holzgallerie, deren Pfosten oder Säulen in schlicht gefälligen, der 
Construction angepassten Formen geschnitten sind, an die Lauben und Gallerien 
der Alpenbauten erinnernd, wenn auch in wesentlich bescheidener Ausbildung. Die 
Möbel, von glatten Formen, haben Jahreszahlen und mehrfach ländlich ausgeführte 
Blumenmalerei, Zu nennen: Haus des Herrn Gottlieb Müller; an einem Stein im 
Durchgangsflur: M  M .1754; hübsch mit Rundstab, geschrägter Ecke und Karnies pro- 
filirte Hausthür. Hier ein Schrank von: 1704, mit Blumen bemalt.  Haus des 
Herrn Heinrich Müller (Nr. 1); im Sturz der rechteckigen Hausthür: J  S. 1780.
        

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