Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Hildburghausen
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2508208
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2509981
HILDBURGHAUSEN, 
Stadtkirche. 
Hildburghausen. 
versehen, 1404 einen bedeutenden Ablass erhielt, also wohl auch Umbau erfuhr] 
dürfte der Untertheil des Ostthurmes, insbesondere der alte Chor, jetzt Sacristei, 
5,4 m lang und ebenso breit, mit rippenlosem Kreuzgewölbe, herrühren. Die alte 
Kirche hatte, wie die jetzige, den Thurm auf der Ostseite, ein dreischifliges 
Langhaus mit vier Säulenpaaren und den Haupt-Zugang von der Stadt-, der 
Nordseite her. Die Kirche ward 1785 geweiht; sie hat die Grundriss-Form: 
 Das jetzt als Altar- und Gemeinde-Raum dienende Kirchhaus ist 
 36,5 m lang und in seiner mittleren, grössten Breite 22,5 m, im öst- 
lichen und westlichen Theil 17 m breit. Das innere Mittelquadrat hat 
13,4 m Seite. Das Kirchhaus, welches nach der Sacristei hin eine rechteckige 
Thür mit Flachbogen-Giebel auf Consolen und Blattwerk-Verzierung hat, bildet 
innen eine Verbindung von Centralbau und Längsbau, und zwar in der Weise, 
dass der Kuppelraum als Geineinderaum, der ganze Langbau östlich davon als 
Chor behandelt ist. Das Hauptgewicht ist auf die allerdings nur in Holz con- 
struirte Kuppel gelegt. Im Scheitel mit einer Rosette geziert (darin das Drei- 
faltigkeits-Dreieck zwischen Wolken und Engelsköpfen gemalt), hat sie im Kuppel- 
kranz vier (jetzt nicht mehr Licht durchlassende) Kreisfenster in Blattwerk- und 
Bänder-Verzierung. Sie steigt auf einem Zahnschnitt-Gesims auf und ruht unter 
Vermittelung von Zwickeln (an deren Flächen Reliefbüsten der Evangelisten in 
ovalen Kränzen nebst füllenden Laubsträngen und Binden in akademisch nüchterner 
Auffassung angeordnet sind) auf vier schräg gestellten Eckpfcilern vom Querschnitt: 
Ä  Diese sind mit kräftigen, doch aus Sparsamkeit nur an den vom Kuppel- 
raum aus sichtbaren Seiten angebrachten, römisch-korinthischen Kämpfergebälken ver- 
sehen; ihre dem Kuppelraum zugewendete Vorderiläche durch gepaarte, korinthische, 
auf einem hohen, gemeinsamen Postament ruhende Pilaster bereichert. Zwei Ge- 
schosse Emporen, deren Brüstungen nur mit einigen Umrahmungslinien und Rosetten 
geschmückt sind, spannen sich an der Nord-, Süd- und West-Seite zwischen die 
Seitenflächen der Kuppelpfeiler. Die Nord- und Süd-Empore gleicht also ganz 
geschickt nach dem Kuppelraum hin den dreiseitig gebrochenen Bau der Aussen- 
mauern aus. Das obere Emporengeschoss der Westwand ist als Fürstenstand 
geschlossen, mit rechteckigen und korbbogigen Fenstern geöffnet und mit ein- 
fassendem Vorhangwerk stuckirt, das, von zwei Knabengestalten gewissermaassen 
zurückgeschlagen, das Rautenwappen in der Bekrönung sehen lässt. Andere 
Emporen mit einfacheren, den vorigen gleichen Brüstungen setzen in zwei Ge- 
schossen die Nord- und Süd-Empore fort; da sie jedoch wiederum an die Seiten- 
flachen der schräg stehenden Pfeiler ansetzen, treten sie nördlich und südlich 
etwas mehr in das Innere der Kirche hinein. Die Emporen ruhen in ihrer frei- 
tragenden Länge noch auf je zwei Zwischenstützen, und zwar im 1. Geschoss auf 
Pilastern, welche, missverständlich wie dorisches Gebälk, mit Triglyphen und 
Tropfen ausgebildet sind, im 2. Geschoss auf korinthischen Pilastern; zwischen die 
Pilaster sind auf dorischen Pfeilern ruhende Korbbögen mit vertretenden (im 
2. Emporengeschoss mit Akanthus verzierten) Schlusssteinen gespannt. Ueber 
den Emporen setzen sich die Stützen als Pfeiler fort und tragen die Decke des 
Kirchraurnes ausserhalb der Kuppel. Diese ist in den durch die Emporenstellungen 
entstandenen Seitenschiifen flach, in den zwei Theilen des Mittelschiffes als Spiegel- 
gewölbe ausgebildet. Die sparsame Ausführung bekundet sich auch hier dadurch,
        

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