Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Hildburghausen
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2508208
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2514195
43 Römhild. 
RÖMHILD, 
Stadtkirche. 403 
ohne Kämpfergesimse) aufruhen, haben das Profil: kL In einem gleich ge- 
bildeten Pfeiler und darauf ruhendem Quer-Scheide bogen öffnet sich das 
1. Joch des Südschiffes nach Osten, wo der Eingangs-Vorraum, früher ein Neben- 
chor, mit stark abgeschrägter Aussenseite vortritt. Der Raum ist mit einem halben 
Sterngewölbe von kehlprofilirten Rippen bedeckt. In ihm liegt jetzt auch eine 
neue hölzerne Treppe zur Süd-Empore. (Die entsprechende Emporentreppe an der 
Ostseite des Nordschiffes ist nur als Wendeltreppe zum Theil in einer Nischen- 
Ausrundung der Thurmmauer construirt.) Das 2. Schiifspfeiler-Paar ist von recht- 
winkligem Querschnitt und stark, weil es noch dem Schub zwischengespannter 
Bögen Widerstand zu leisten hat. Es ist nämlich das letzte Joch der Seitenschiffe 
durch Zwischen-Gewölbe in einen unteren und in einen Emporen-Raum zerlegt. 
Beide Emporen waren einst Kapellen, die nördliche, wie es heisst, die der Maria, 
die südliche die dem Täufer Johannis geweihte. Der untere Raum jedes Westjoches 
öffnete sich schon bei dem alten Bau sowohl nach dem Mittelschiff, wie nach dem 
Seitenschiff hin in einem den übrigen gleichenden Scheidebogen. Bei dem Quer- 
Gurtbogen des Südschiffes tritt am Pfeiler etwas oberhalb des Fussbodens auf 
einer kleinen, gekehlten Console ein halb-achteckiger Verstärkungspfeiler vor, der 
in das Gewölbe hinein verschwindet. Die Emporenräume des Westjoches waren 
nach Osten (den Seitenschiffen) hin geschlossen, nach dem Mittelschiff (nach dessen 
Westjoch also) hin in zwei ursprünglich wohl spitzbogigen, dann rundbogigen 
Bögen geöffnet. Bei der Restauration 1867 wurden beide Emporen durch Scheide- 
bögen nach dem Vorbild der übrigen Bögen geöffnet. An der südlichen Empore 
wurde nach dem Mittelschiff hin die alte Anordnung wegen der dortigen Gewölbe- 
Anlage gelassen, in der nördlichen aber ein grosser spitzbogiger Oeffnungs-Bogen 
gleicher Profilirung geschlagen. Durch diese Eröffnungen hat das Innere der 
Kirche unendlich gewonnen. Nun kommen alle die prächtigen, verschiedenen 
Gewölbe und die wechselvollen perspektivischen Durchblicke zu reizvoller Geltung. 
Alle Gewölbe haben kehlprofilirte Rippen, die meist auf zapfenartigen, gekehlten 
Wandconsolen aufsetzen, die 1. Rippe des Nordschiffes an der Nordwand auf einem 
Menschenkopf, zum Theil mit kurzen Stücken halb-achteckiger oder runder Ver- 
stärkungs-Vorlagen bezw. -Diensten beginnend, welche in die Gewölbe verlaufen. 
Im Mittelschiff bilden die Gewölbe ein Netzgewölbe mit Stichkappen, und zwar 
drei vollständigen, gleich grossen Stichkappen, die über den Mitten der Schiffs- 
pfeiler und dem westlich des Langhauses endenden Gurtbogen ansteigen, sowie 
einer vierten, unvollständigen, welche in den Triumphbogen verläuft. Es scheint 
danach, wie wenn man einerseits den Chor von Osten, andererseits das Langhaus 
von Westen zu bauen begonnen hat und hernach bei dem Triumphbogen nicht 
genau auskam, so dass hier an beiden'Gewölben die ungleichartigen, aber gerade 
dadurch anziehenden Lösungen des letzten Stückes nöthig wurden. Die grossen 
Stichkappen des Langhaus-Gewölbes sind durch Rippen untertheilt. Die Schluss- 
steine sind gewissermaassen frei an einigen Kreuzungspunkten des Scheitels und 
der ihm nächst liegenden Rippen verstreut. Von Osten an gerechnet, hat die 
1. Kreuzung des Netzgewölbe-Scheitels einen Schlussstein, ebenso die beiden 
Scheitel der 1. Stichkappe. Die folgende (also die 3.) viereckige Tonnen-Scheitel- 
kappe ist durch ein aus Rippen gebildetes Vierblatt mit Mittel-Schlussstein gefüllt. 
Die Stelle, wo die nördliche und südliche Vierpass-Spitze an die entsprechenden
        

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