Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Hildburghausen
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2508208
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2512836
Heldbu rg. 
HELDBURG, 
Befestigung. 
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unten gerundeten Steinconsolen, die den einst entlang gehenden Wehrgang trugen. 
Eine neue Treppe führt zu einer rundbogigen, an den Kanten geschrägten Thür 
(in das Hoch-Erdgeschoss, das einstige 1. Obergeschoss). Ausserdem zeigt der 
Thurm noch kleine, rechteckige, zum Theil zugeinauerte Oeffnungen, oben Fenster 
mit Kehlproiilen. Auf dem 2. Obergeschoss ein steinernes Gesims und ein modernes, 
beschiefertes, vielseitiges Zeltdach. 
In der Mitte des südlichen Zuges der einstigen Mauer (nach Lindenau zu) ist 
das Unterthor oder Maroldsthor (Krauss: Macholdsthor), ein meist wohl 
erhaltenes Thorhaus aus der gleichen Zeit um 1560. Die Durchfahrt ist ein Tonnen- 
gewölbe mit einer rechteckigen (jetzt zugesetzten) Oeffnung in der Mitte des Scheitels; 
die Portalöffnungen nach der Stadtseite, wie nach aussen sind grosse Spitzbogen, 
von denen der der Aussenfront innen die Steinangeln [für den Drehpfosten], aussen 
den senkrechten Steinfalz [für das einstige Fallgatter] in selten guter Erhaltung 
zeigt. [Ueber ihnen war früher das thüringische bezw. das Stadtwappen angebracht] 
Das 1. Obergeschoss, Gefängniss gewesen, hat nach der Stadtseite zu ein kleines 
Fenster. Das 2. Obergeschoss, über einem Absatz im 17. Jahrhundert aufgebaut, 
hat gewöhnliche Rechteck-Fenster. Darauf folgt ein gebrochenes Satteldach, auf 
dem ein beschieferter, achteckiger Arcaden-Ailfsatz mit Schweifkuppelchen sitzt_ 
Neben dem Unterthor hat sich rechts wie links ein Stück der Stadtmauer erhalten. 
Nach Westen zu ein runder Halbthurm bis zu massiger Höhe, dachlos. [Ent- 
sprechend der oberen hatte die untere Vorstadt eine Befestigung mit dem Pro- 
visanerthor darin] An der Südwest-Ecke der Stadtmauer ist im jetzigen 
Vereinsgarten ein runder Eckthurm nur niedrig erhalten, mit einem neuen Achteck- 
Helm bedeckt. 
An der Westseite [wo sich früher, nach Hellingen zu, das Judenthor oder 
Pariserthor  befand] steht „hinter dem Superintendentur-Stadel" in den Gärten 
der Herren Saalmüller und Froebel, und diesen gehörig, ein interessanter Mauer- 
thurm [vereinzelt, doch mit den Ansätzen der einstigen Mauer]. Er ist sechseckig, 
von recht guter Steinfügung. Nach Süden zu hat er unten einen späteren Rund- 
bogen-Eingang. Im 1. Obergeschoss befindet sich über einem theilweise erhaltenen, 
vorgekragten Gesims der alte Rundbogen-Eingang, mit: 1551 im Bogen, und darüber 
eine rechteckige Wappentafel, welche oben das Römhilder Wappen, unten links ein 
Wappen mit einem halben Bock und darüber:  rechts ein Wappen mit drei 
Blättern und darüber: M .E  in der Mitte nochmals die Jahreszahl: 1551 enthält. 
(Krauss glaubte in dem ersten Wappen und Namen, wo er: (Ja. B. las, die Zeichen 
von Caspar Bock zu sehen, der viel Mauerwerk an der Stadt umsonst gemacht, 
auch eine Art Freizügigkeitsvertrag zwischen Heldburg und Nürnberg zu Wege 
gebracht haben soll. Doch dürfte hier, wie so oft, aus dem Bock-Wappen die Sage 
entstanden und mit anderweitigen Ueberlieferungen vermengt worden sein. Ich 
glaube, annehmen zu dürfen, dass der Wohlthäter Carl Backheuser war, der, 1547 
gestorben, auf seiner Gedenktafel in der Stadtkirche den halben Bock im Wappen 
führt'und auf einer früheren Emporensäule der Kirche mit gleichen Wappen und 
Buchstaben wiederum mit dem Dreiblätter-Wappen und: M. E. vereinigt erscheint 
(s. S. 271);  sei es, dass er der Stadt Geld zum Neuerbau vermachte oder etwa 
ein gleichnamiger Sohn solches 1551 hergab. (Uebrigens führte auch Fr. Golzrnann, 
seit 1561 Amtsverwalter von Heldburg, einen solchen Bock im Wappen. Ich WeisS
        

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