Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Hildburghausen
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2508208
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2511994
Themar. 
THEMAR, 
Stadtkirche. 
Die Kirche ist im Innern hoch und grossräunlig. Sie würde mit ihren Ge- 
wölben und Holzconstructionen, mit ihren Fenstern und Thüren bei geschickter 
Ausgleichung und Belebung der Wandflächen bezw. schöner Farbengebung gut wirken. 
Sie leidet unter dem jetzigen Farben-Anstrich, namentlich dem Mangel an energischer 
Farbengebung. Die Wände sind gelbgrünlich mit braunen Fugenlinien gestrichen 
(nun auch schmutzig geworden). Im Chor sind über den grossen, kahlen Wand- 
flachen die Gewölbe hellblau, dunkelblau und weiss gehalten, die 18 Schlusssteine 
mit leeren Schildern bemalt. Im Langhaus sind ausser mittelmässigen röthlichen 
Marmorirungen der Säulen und den goldenen Inschriften auf Schwarz die Farben 
an den Füllungen und der Decke stumpfes Blau, Graugrün und Gelb, dazu Um- 
rahmungslinien in Mattroth, während das Uebrige Weiss, Gelblich und Grau ist. 
Zu der beeinträchtigenden Farbengebung des Innern kommt die Lichtwirkung durch 
die Fenster, die im Osten sehr stark, im Uebrigen verhaltnissmässig gering ist. 
An den drei Schlussseiten befinden sich nämlich drei grosse Fenster. Drei eben- 
solche Fenster erleuchten jede Seite des Langhauses, ein Fenster an der Westseite 
über der Thür ist innen zum Theil durch die Orgel verdeckt. Die drei Chorfenster 
und das westliche der Langhaus-Südseite haben an der Sohlbank noch Ansätze von 
Pfosten, welche darauf deuten, dass die Fenster einst dreitheilig waren. Dass sie 
auch Maasswerke hatten und spitzbogig waren, ist wohl anzunehmen. Jetzt sind 
sie rechteckig. inwendig tlachbogig umnischt. Die Stürze sind glatt, rechtwinklig 
und passen in der Fügung zum Theil nur ungenau zu den Seiten-Einfassungen. 
Diese selbst sind sichtlich in jüngerer Zeit nachgearbeitet; sie haben 
sämmtlich das Querschnitt-Profil:   Dieses Prolil tritt im Hildburghausischen 
häufig, öfter datirt, an den Bauten  aus der Zeit des ersten Herzogs von Hild- 
burghausen auf; ich vermuthe daher auch hier die Zeit des Herzogs Heinrich. 
Damit stimmt überein, dass die rechteckigen Fenster für den alten Bau ungewöhn- 
lich regelmässig angeordnet sind. Die Ohorfenster scheinen höher, als die ursprüng- 
lichen. (d. h. deren Kämpfer), gemacht zu sein und reichen daher bis nahe unter die 
Gewölbe, die Langhaus-Fenster scheinen dagegen (wie auch der Dach-Anfang) 
niedriger gemacht zu sein. Es kann auch sein, dass das eine oder andere Fenster 
damals erst überhaupt an Stelle eines kleineren durchgebrochen ward (es würde 
dies etwa eines der Fenster sein, an welchem sich keine Pfosten-Ansätze in der 
Sohlbank finden). 
Ausser den grossen Fenstern beündet sich im Langhaus zwischen dem 1. und 
2. Fenster an jeder Langseite oben ein elliptisches, unproülirtes Fenster, das wohl 
von der Bauzeit um 1630 herrührt, unter dem nördlichen noch ein kleines, wohl im 
19. Jahrhundert roh durchgebrochenes, rechteckiges Fenster. An der Westseite sind 
über dem rechteckigen Fenster rechts und links die schräg geleibten, sonst unpro- 
ülirten elliptischen Fenster wohl wiederum aus der Zeit um 1630; darüber in der 
Mitte ein besser gefügtes, schräg geleibtes und noch mit Abstufung protilirtes 
Elipsenfenster, wohl um 1680 zum Ersatz für das durch die Orgel verloren ge- 
gangene Licht durchgebrochen. Von den Thüren ist die nördliche des Chores 
modern, rundbogig, innen iiachbogig umnischt. Eine Thür, welche von der 1. Nord- 
empore in den Treppen-Vorbau führt, ist rechteckig, mit Abkantung proiilirt, welche 
den Sockel frei lasst, also noch spätgothisch. Im Langhaus ist eine kleine, an der 
Nordseite zwischen dem 1. Fenster und dem Treppen-Vorbau liegende Thür neuerer
        

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