Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Hildburghausen
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2508208
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2511889
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REURIETH. 
Themar. 
reuthischen Regierungsrath Wagner; von diesem wurde der Besitz bald nachher an 
die herzoglichen Kammern zu Gotha und Coburg verkauft und kam 1785 gegen Ent- 
schädigung an den Herzog von Hildburghausen. Zum Theil verfallend, eine Zeit 
lang als Papiermachefabrik dienend, kam die Burg dann an die Gemeinde, welche 
sie in einigen zur Noth bewohnbaren Räumen zum Armenhaus einrichtete. 
Die Burg bildet, soweit sie noch steht, der Hauptsache nach einen unregel- 
mässigen, nach Osten offenen Kreisbogen, an den sich nördlich und südlich Flügel- 
Stücke in gerader Richtung nach Osten anschliessen, so dass ein entsprechender, 
nach Osten offener Hof entsteht. An die Aussenseite des Nord- wie des Süd- 
Flügels lehnen sich fast vollrunde Thürme an, an den letzteren östlich zwischen 
ihm und der südlichen Ausseniiucht in der Ecke ein quadratischer Bau. (Ueber 
andere Thürme s. unten.) An der Ostseite iiiesst die Werra ziemlich gerade von 
Norden nach Süden, an den übrigen Seiten zog sich im angegebenen Bogen ein 
Graben ringsum; am tiefsten von Natur im Norden und Nordwesten, allmählich 
flacher werdend von Natur und daher künstlicher Vertiefung und Mauerschutzes 
bedürftig gewesen nach Südwesten und Süden zu. An der Südwest-Seite bildet 
ein jetzt aufgeschütteter und den Zugang bildender Weg eine Unterbrechung des 
Grabens. An der Südseite ist südlich vom Graben, ziemlich nahe an demselben, mit 
Benutzung der alten Wallmauer, ein neues Brauhaus gebaut. Die sehr ungleich- 
artige Höhenlage, besonders des Aussen-Erdbodens, und der jetzige Zustand der 
Burg machen Beschreibung und Datirung des Ganzen, wie der einzelnen Theile 
verwickelt. Der runde Nordthurm ist an seiner Südseite, nach dem anstossenden 
Nordflügel (wie man diesen bezeichnen kann), in der Mitte eingestürzt, das Erdreich 
hier abgefallen, ebenso Schutt, Steine, auch Bruchstücke rundbogiger Thüren, welche 
den Bau dem 16. Jahrhundert zuweisen, nachgestürzt. Im Innern zeigt sich das 
Untergeschoss (Erdgeschoss, von aussen aus gerechnet) mit flachbogig umnischten, 
jetzt vermauerten Schiess-Oeffnungen nach Osten, Norden und Westen versehen; 
darüber Kragsteine [einer einstigen Balkendecke]. Das Erdgeschoss (so vom Burg- 
hof aus gerechnet, im Nordfiügel durch Ueberwachsung etwas aufgehöht) hat 
schmal-rechteckige, innen iiachbogig umnischte Schiess-Oeffnungen nach denselben 
Richtungen wie im Untergeschoss; die Decke bildet ein flaches Tonnengewölbe. 
Darüber bricht der Thurm unregehnässig ab, ungefähr noch 5 m hoch gegen den 
Burghof. Der anstossende N ordflügel bricht nach Osten ab, so dass wir nicht 
wissen, wie nahe er bis an die Werra ging; nach Westen schliesst er, ein wenig 
westlich vom Nordthurm mit einer auch etwa 5 m hoch erhaltenen Quermauer 
gegen den die Nordwest-Ecke einnehmenden Gebäudetheil ab. Nach dem Nord- 
thurm zu hat er, etwas Westlich aus der Mitte gerückt, eine rechteckige, rundbogig 
umzogene Oeifnung, etwas östlicher eine rechteckige, tiefer liegende Blende un- 
sicherer Bestimmung (kein Kamin, da der Rauchabzug fehlt). An der geraden 
Nordmauer wie der Südmauer des Nordflügels finden sich nahe der West-Ecke 
Kragsteine. Die erwähnte westliche Quermauer schliesst sich ohne Verband an die 
Nordniauer, ebenso die Südmauer an die Westmauer; doch wage ich nicht, daraus 
Schlüsse auf die jedesmal spätere Aufführung der Mauern gegen die vorige zu 
ziehen. Die Südmauer ist geputzt und mit Kragsteinen [der ehemaligen Balken- 
decke] versehen. Der N ordwest-Flügel ist ziemlich verfallen, besonders seine 
einst abgerundete Nordwest-Ecke; doch erkennt man, dass seine Südmauer in
        

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