Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Hildburghausen
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2508208
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2511784
200 
MARISFELD. 
Themar. 28 
Friedhofsmauer bildet zugleich die westliche Grabenmauer des Schlosses. Das 
Gebäude, rings von einem jetzt trockenen Graben umgeben, ist ein Rechteck mit 
vier an den Ecken im Rechteck übereck vertretenden Thürmen. Der Hof, um den 
das Schloss gebaut ist, liegt so hoch über dem Graben, dass das Kellergeschoss 
nach diesem hin als ebenerdiges Untergeschoss erscheint. Die Eckthürme sind in 
diesem Untergeschoss nach aussen etwas geböscht, wie es damals bei festen Bauten 
üblich war. Ueber einem Kehlgesims: T sieht man im Erdgeschoss aussen 
mehrere kleine rechteckige Fenster und kreisrunde Schiess-Oeffnungen. Ueber 
einem Karniesgesims:  folgt das 1. Obergeschoss und wieder über einem Gesims 
das 2. Obergeschoss. Die Fenster sind rechteckig, nur die Fenster, welche die 
in der ungefähren Mitte der Westseite liegende Treppe beleuchten, sind rauten- 
förmig. Sammtliche Fenster sind mit Karnies etc. im Stil des 17. Jahrhunderts 
protilirt. Die Eckthürme haben achteckige Schweifkuppeln. Den reichsten Theil 
des Aeusseren bildet das in der Mitte der  befindliche, 
durch eine jetzt feste Brücke zugängliche Hauptportal, neben dem eine Thür in 
den Erdgeschoss-Flur führt. Der grosse Rundbogen des Hauptportals ist von 
dorischen, zwischen Pfeilerstücken eingelegten Säulen eingefasst, der kleine Flach- 
bogen-Eingang daneben nur von Pfeilerstücken. Diese Pfeilerstücke sind mit 
Diamantquadern fast rusticaartig gemeisselt. Ebensolche Diamantquadern laufen 
auch im unteren Theil des Gebälkes entlang, das sich über dem Rundbogen hin- 
zieht; im mittleren Theil des Gebälkes ist in einer Verzierung von je drei senk- 
rechten Vertiefungen und dann abwechselnd je einem Kreis und einem länglichen 
Achteck mit eingebogenen Seiten der antike Perlstab zu sehen. Darüber steigt am 
Hauptportal ein in der Mitte unterbrochener Dreieck-Giebel auf, der an den Ecken 
und in ebenfalls recht freier Architektur an den Unterbrechungs-Stellen kurze 
Pfeilerchen mit Kugel-Aufsätzen trägt. In die Giebel-Unterbrechung ist eine Tafel 
mit der Bau-Inschrift eingelassen: 
ANNO SALVTIS SEXAGESIMO ET (Im Jahre des Heils im 600ml, d. h. 
löOOten und 
TERTIO CVRRENIS SECVLI COEP im dritten des laufenden Jahr- 
hunderts fing 
ERVNT AEDES DENVO EXTRVI man an. das Gebäude aufs Neue zu 
errichten, 
QVAS VSSERAT IGNIS MILITIS EVA Welches das Feuer des Soldaten ver- 
brannt hatte, unter der Eva 
MARIA MAGDALENA AVSPICE VIP- Maria Magdalena Herrschaft, aus 
der v. Vip- 
PACHII DE STIRPE NOBILLTVTAS pach edlem Stamme. Sicher 
ALMVS PRAESTET DEVS möge es der giitige Gott halten, 
SVMMA IMPOSITA MANV.A.C.1665 indem die höchste Hand darauf ge- 
legt ist. Im Jahre Christi 1665) 
Ueber dem Neben-Eingang ist ein kreisförmiges Schiessloch angebracht. An beiden 
Eingängen sieht man in und unter dem Gebälk die Löcher der einstigen Zugbrücken- 
Kette (also hatte jeder Eingang seine eigene Zugbrücke), am Hauptportal an der 
Innenseite die steinerne Angel für den Drehpfosten.  Durch die Eingänge gelangt 
man zunächst in einen breiten Vorflur, der jetzt eine Balkendecke hat. Links führt
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.