Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Hildburghausen
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2508208
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2511724
LENGFELD. 
Themar. 
Amtmann Michael Dilherr zu Themar und den Amtmann Wolf v. Todenwart zu 
Schleusingen mit verschiedenen Gerechtsamen daselbst belehnte. In der Zeit von 
1783-1787 brachten die Güterbesitzer zu Lengfeld jene Rechte zum grössten 
Theil durch Kauf 2111 SiCh.  Brückner, Sammlung versah. Beitr. III, VIII, S. 77.  
Brückner, Landesk. II, S. 242 f.  Galletti, Gesch. u. Beschr. lV, S. 273.  Gelpke, 
Kirchen- u. Schulenverf. II, II, S. 702 f.  Schultes, Amt Themar, S. 80 ff.  Voit, 
S-Meiningen, S. 229. 
Kirche, am östlichen Ende des Ortes, war 1453 Pfarrkirche für viele benach- 
barte Orte (noch jetzt für Vessra und andere preussische Orte). Grundriss-Form: 
CE]. Der Chor, der den Thurm trägt, ist 3,6 m lang, 4,2 m breit, die Sacristei 
nördlich davon 4 m lang, 4 m breit, das Langhaus 14 m lang, 8 m breit. 
Aus älterer Zeit, besonders aus dem Mittelalter und von einer Bauthätigkeit von 
1563, als die unten steinerne Kirche im Langhaus als Holzbau erhöht wurde (Ab- 
satz im Innern sichtbar) und der Thurm in den Obergeschossen restaurirt ward, 
stammt zunächst die Sacristei mit Tonnengewölbe, Worin die einstigen Weihekreuze 
als schwache Kreis-Erhöhungen im weissen Putz vorzutreten scheinen. Aus älterer 
Zeit stammen ferner die Spitzbogen-Thüi: von der Sacristei zum Chor, der Chor 
mit dem rippenlosen Kreuzgewölbe, mit der rechteckigen, profilirten Sacraments- 
Blende, mit dem aussen im Putz als Spitzbogen sichtbaren, bis auf ein recht- 
eckiges Fenster verkleinerten Fenster an der Ostseite, und mit dem innen spitz- 
bogigen Fenster an der Südseite. Im Langhaus stammt aus älterer Zeit die 
Rundbogen-Thür an der Nordseite nahe dem Triumphbogen. Ferner der Holz- 
Ausbau im Innern. Zwei Geschosse Emporen ruhen auf Holzsäulen mit geschwellten 
Schaften. Ebensolche Holzsaulen tragen über den Emporen die Holzdecke vom 
Querschnitt: I1. Die Balken, welche die Mitteltonne unterstützen und als 
Gesims an der Triumphbogen-Wand entlang laufen, haben noch die Wulst- und 
Kehl-Proiilirung mit spitzem End-Ablauf. Aussen am südlichen Theil der Langhaus- 
Ostseite ein Stück altes Gesims. Im Thurm sind zur Beleuchtung des Chores an 
der Ostseite zwei spätere, rechteckige Fenster über einander eingebrochen, dazwischen 
ist der Spitzbogen einer älteren, jetzt vermauerten Fensteröffnung sichtbar; darüber 
ist eine alte, rechteckige Lichtspalte erhalten und weiter oben das Gesims. In der 
folgenden Abtheilung des Thurm-Oberbaues an jeder der drei freien Seiten drei 
ebensolche Oeffnungen, wie Schiessscharten. In der auf ein Gesims folgenden, 
obersten Abtheilung an jeder Seite grössere, noch gothisch profilirte Rechteck- 
Fenster. Im Sturz desjenigen an der Ostseite eine Restaurations-Angabe: 1663, 
rechts von diesem Fenster eine Tafel mit: IEHOVA PROTECTOR I] NOSTER [1  
Darunter die Anfangsbuchstaben von 12 Namen und im Rahmen oben: 1663. 
Rechts und links von diesen Fenstern oberhalb befinden sich kreisförmige Schiess- 
löcher. Auf dem Sturz des an der Westseite befindlichen Schallfensters stehen die 
Buchstaben:  rechts davon die Jahreszahl: 1563. Auf diesem Geschoss er- 
hebt sich ein schlanker Achteck-Helm.  Aus späterer Zeit sind die rechteckigen 
Fenster im Langhaus an den Langseiten unten und oben, ebenso westlich die Thür 
und das Fenster darüber, beide rechteckig. Darüber ist die Fläche des Aufbaues 
beschiefert. An der Nordseite sind Fachwerk-Bauten, sowohl über der Sacristei, 
als auch am Langhaus gebaut. 1812 wurde die Kirche restaurirt und um 1885 im
        

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